Die Spielzeit 2019/2020 in Münsters Musiktheater und Schauspiel
Auch die Klassiker sind aktuell

Münster -

„Mit der Verdi-Oper sind wir das einzige Mal im 19. Jahrhundert“, skizziert Intendant Ulrich Peters die kommende Saison, „ansonsten stammen alle Stücke aus dem 20. Jahrhundert – was angesichts der Musiktheatergewohnheiten schon mutig ist.“ 

Mittwoch, 06.03.2019, 18:46 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 16:34 Uhr
Münsters Generalintendant Dr. Ulrich Peters (l.) und seine engsten Mitstreiter (v. l.) Operndirektorin Susanne Ablaß, Tanztheaterchef Hans Henning Paar, Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann, Schauspieldirektor Frank Behnke, Generalmusikdirektor Golo Berg und Jugendtheater-Leiter Frank Röpke.
Münsters Generalintendant Dr. Ulrich Peters (l.) und seine engsten Mitstreiter (v. l.) Operndirektorin Susanne Ablaß, Tanztheaterchef Hans Henning Paar, Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann, Schauspieldirektor Frank Behnke, Generalmusikdirektor Golo Berg und Jugendtheater-Leiter Frank Röpke. Foto: Gunnar A. Pier

Tatsächlich geht es nach der Eröffnung am 14. September, bei der „Ein Maskenball“ auf dem Programm steht, kühn hinein in die jüngere Vergangenheit: „Yolimba“ von Wilhelm Killmayer ist eine musikalische Posse, in der Münsters 100-Jahre-Jubilare Musikschule und Musikhochschule mit dem Orchester zusammenwirken. Ulrich Peters , der das Stück inszeniert, nennt es schmunzelnd „ein Familienstück – abgesehen davon, dass 60 bis 80 Menschen erschossen werden.“ Nicht nur „Tatort“-Zuschauer wissen natürlich, dass sich hinter solch einer Beschreibung beste groteske Unterhaltung verbergen kann. Und Operndirektorin Susanne Ablaß verspricht: „Es klingt wie Filmmusik!“

Das Musical „Anatevka“, die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ – auch sie stammen aus dem 20. Jahrhundert, bieten zum Teil ernste Themen in unterhaltsamer Verpackung. Für die Oper von Philipp Glass nach Poes „Untergang des Hauses ­Usher“ verspricht Ablaß, dass die Zuschauer „eineinhalb Stunden gespannt auf der Stuhlkante sitzen werden.“ Und Benjamin Brittens „Tod in Venedig“ bildet gewiss ein faszinierendes Saison-Finale.

Für die zweite große Sparte des Theaters Münster stellt Schauspieldirektor Frank Behnke wieder „einen Spagat von großer Weltliteratur, an der wir uns abarbeiten, und neuem Schauspiel mit Auftragwerken und Uraufführungen“ in Aussicht. Er verweist auf das noch im Mai stattfindende NRW-Theatertreffen (Infos gibt es Anfang April) als „Teaser“ für den Deutschland-Schwerpunkt der kommenden Spielzeit – mit Höhepunkten wie der Uraufführung „Bonn ist eine Stadt im Meer“ von Svenja Bungarten oder dem dreiteiligen Abend „BRD-Trilogie“ nach den berühmten Filmen Rainer Werner Fassbinders: ein etwa vierstündiger „Theatermarathon“ um die Heldinnen Maria Braun, Veronika Voss und Lola. Am Auftragsstück „Vaterlandsverräter“ arbeitet der Autor Martin Heckmanns gerade; von der Zeit zwischen Maueröffnung und deutscher Vereinigung erzählt der Abend „89/90“.

Das Theater Münster in Bildern

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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Szene aus "Gloria".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Theater um 1956

    Foto: Erwin Schwarzer (Wiesbaden), Städtische Bühnen Münster
  • Götz Alsmann beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Szene aus dem Stück "Gloria"

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Theater von außen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Generalmusikdirektor Golo Berg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. März 2013 ist der Sänger Tim Fischer mit seinem Programm "Zarah ohne Kleid" zu Gast im Großen Haus des Theaters Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Podiumsdiskussion am 29. April 2013 im Kleinen Haus des Theaters Münster zum Auftakt der Diskussionsreihe "Wie viel Kultur braucht eine Stadt - und wozu?" (von links): Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin des Forum Freies Theater, Düsseldorf), Prof. Dr. Ulrike Haß (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft,
    Ruhr-Universität Bochum), Prof. Ulrich Khuon (Intendant des Deutschen Theaters Berlin/Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein), Stefan Keim (Westdeutscher Rundfunk/WDR, Köln), Dr. Hans-Georg Küppers (Kulturreferent der Stadt München/Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetags), Matthias Lückertz (Vorsitzender der Kaufmannschaft Münster/Vorsitzender der »Initiative Starke Innenstadt Münster e.V.«) und Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg (Direktor der Katholisch-sozialen Akademie Franz Hitze Haus, Münster/ MDL).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 20. Mai 2013 geben Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys ein Konzert im Theater Münster, Großes Haus. Das Programm trägt den Titel "Musik für schwache Stunden...".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2015.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Neujahrskonzert am 1. Januar 2015 mit Götz Alsmann und der Alsmann-Band, der Sopranistin Henrike Jacob, Fabrizio Ventura und dem Sinfonieorchester der Stadt Münster im Theater Münster / Großes Haus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Neujahrskonzert am 1. Januar 2015 mit Götz Alsmann und der Alsmann-Band, der Sopranistin Henrike Jacob, Fabrizio Ventura und dem Sinfonieorchester der Stadt Münster im Theater Münster / Großes Haus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 22. Oktober 2015 ist Frank Goosen mit dem Programm "Durst und Heimweh - Geschichten von unterwegs" zu Gast im Kleinen Haus des Theater Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 24. Oktober 2015 ist Ulrike Kriener mit dem Programm "Und wenn es Liebe wär'..." im Kleinen Haus des Theaters Münster zu Gast.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nur noch Formsache waren im August 2015 die Unterschriften unter dem Vertrag: Bis Ende der Spielzeit 2021/22 bleibt Dr. Ulrich Peters (l.) Generalintendant in Münster. 

    Foto: Presseamt Münster/ MünsterView / Witte
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude bei Nacht im Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude bei Nacht im Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Robert Atzorn liest mit Angelika Atzorn "Arthur und Adele", Kleines Haus im Theater Münster am 10. Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Thorsten Schmid-Kapfenburg, 2. Kapellmeister am Theater Münster,

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Ulrich Peters beim Pressegespräch im Theater Münster am 1. März 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressegespräch im Theater Münster am 1. März 2017. Hintere Reihe v.l. Intendant Dr. Ulrich Peters, Schauspieldirektor Frank Behnke, Julia Dina Hesse (Leiterin Junges Theater), Generalmusikdirektor Golo Berg (ab Saison 2017/18)
    Vordere Reihe v. l. Hans Henning Paar (Künstlerischer Leiter Tanztheater), Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann, Operndirektorin Susanne Ablass

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Stefan Veselka, 1. Kapellmeister am Theater Münster

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude um 1956.

    Foto: © Stadtmuseum Münster, Sammlung Heller
  • Linn Sanders (oben), Bálint Tóth, Carolin Wirth in "Ronja Räubertochter".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Claudia Hübschmann, Linn Sanders, Andrea Spicher in "Demut vor deinen Taten, Baby".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Ilja Harjes und Hubertus Hartmann in "La Révolution #1 - Wir schaffen das schon".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Christian Bo Salle und Bálint Tóth, Statisterie in "La Révolution #1 - Wir schaffen das schon".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Mirko Roschkowski, Gregor Dalal und Sebastian Campione in "Der Freischütz".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Oliver Berg
  • Foto: Oliver Berg
  • Maria Bayarri Pérez und Keelan Whitmore in "Back, Immortalis".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster

Zwei der Klassiker, die das Schauspiel präsentiert, sind „politische Laboratorien“: Brechts „Guter Mensch von Sezuan“ und Shakespeares „Maß für Maß“ stellen die Frage, wie der Mensch gut sein kann in dieser Welt und wie verführbar er durch Macht wird. Und dann ist da noch, neben dem von Ewald Palmetshofer überschriebenen Hauptmann-Klassiker „Vor Sonnenaufgang“, ein „deutscher Hamlet“, nämlich Kleist „Prinz Friedrich von Homburg“. Frank Behnke setzt damit eine Reihe von Stücken fort, die „ideologisch eingesetzt wurden“ wie etwa Hebbels „Nibelungen“. Vor allem sei Kleists Drama um Gefühl und Ratio ein „großartiges Sprachkunstwerk“.

► wird fortgesetzt

Große Premieren

Musiktheater:

► Ein Maskenball. Oper von Giuseppe Verdi. 14. September

► Yolimba. Musikalische Posse von Wilhelm Killmayer. 26. Oktober

► Anatevka. Musical von Jerry Bock. 14. Dezember

► Der Untergang des Hauses Usher. Oper von Philipp Glass. 1. Februar

► Der Vetter aus Dingsda. Operette von Eduard Künneke. 28. März

► Tod in Venedig. Oper von Benjamin Britten. 16. Mai

Schauspiel:

► Bonn ist eine Stadt im Meer. Komödie von Svenja Bungarten. 20. September, Kl. Haus

► Die BRD-Trilogie. Theaterabend nach Rainer Werner Fassbinder. 28. September, Gr. Haus

► Der gute Mensch von Sezuan. Parabelstück von Bertolt Brecht. 8. November, Kleines Haus

► Maß für Maß. Komödie von William Shakespeare. 16. November, Großes Haus

► 89/90. Schauspiel nach Peter Richter. 10. Januar, Kl. Haus

► Vaterlandsverräter. Auftragsstück von Martin Heckmanns. 21. Februar, Kleines Haus

► Prinz Friedrich von Homburg. Schauspiel von Heinrich von Kleist. 25. April, Gr. Haus

► Vor Sonnenaufgang. Schauspiel von Ewald Palmetshofer nach Ger-hart Hauptmann. 8. Mai, Kleines Haus

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