Rathauskonzert rund um Grimm
Musik vom Mann im Schatten

Münster -

Ohne Julius Otto Grimm hätte Münsters Musikleben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sicher eher blass ausgesehen. Grund genug, Grimm als Komponisten sprechen zu lassen.

Freitag, 08.03.2019, 16:30 Uhr
Rathauskonzert mit (v.l.) Giedrius Žukauskas, Thomas Reckmann, Christoph Struck, Lutz Wagner, Karin Struck, Uta Heidemann-Diedrich, Yuki Kimura, Thorsten Schmid-Kapfenburg, Svenja Ciliberto, Anna Kaczmarek-Kalandarishvili und Mara Smith
Rathauskonzert mit (v.l.) Giedrius Žukauskas, Thomas Reckmann, Christoph Struck, Lutz Wagner, Karin Struck, Uta Heidemann-Diedrich, Yuki Kimura, Thorsten Schmid-Kapfenburg, Svenja Ciliberto, Anna Kaczmarek-Kalandarishvili und Mara Smith Foto: Christoph Schulte im Walde

Ohne Julius Otto Grimm hätte Münsters Musikleben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sicher eher blass ausgesehen. Grund genug, Grimm als Komponisten sprechen zu lassen, was Uta Heidemann-Diedrich und Thorsten Schmid-Kapfenburg beim Rathauskonzert taten – mit der A-Dur-Sonate op. 14, die keinen Hehl aus ihrem kompositorischen Vorbild macht: Johannes Brahms , eng mit Grimm befreundet und von diesem mehrfach nach Münster eingeladen, Inspirationsquelle auch für diese seine Violinsonate, die stellenweise nicht nur Brahms‘ Sprache spricht, sondern auch noch an Mendelssohn erinnert. In jedem Fall ein gutes, in sich geschlossen wirkendes Stück, klangprächtig vor allem dort, wo Uta Heidemann-Diedrich in tiefer und mittlerer Lage zu spielen hatte, was Grimm oft verlangt. Da blühte der Klang besonders sonor und mit bronzener Farbe auf.

Julius Otto Grimm war es übrigens auch, der ab 1862 regelmäßige Kammerkonzerte organisierte – und dem man ein Jahr später den Rathausfestsaal als Aufführungsort für all seine Aktivitäten überließ. Insofern saßen auch Yuki Kimura, Anna Kaczmarek-Kalandarishvili, Svenja Ciliberto und Giedrius Žukauskas an prominentem Ort, als sie sich Franz Schuberts a-Moll-Quartett mit dem Beinamen „Rosamunde“ widmeten. Vor diesem viersätzigen Werk staunt man doch immer wieder ob seiner Ausstrahlung, zumal wenn es wie hier so differenziert und leidenschaftlich gestaltet wird.

Das Gleiche galt für das Klavierquintett von Brahms mit Karin und Christoph Struck, Mara Smith, Lutz Wagner und Thomas Reckmann – ein Ensemble, das schnell „seinen“ Ton fand, mit dem nötigen Zugriff im bisweilen stürmischen Treiben agierte, aber auch große Ruhe verströmte, etwa im Andante mit seiner auf Schubert zurückblickenden Gestik.

Im direkten Vergleich mit Schubert und Brahms steht Grimm als Komponist natürlich schon ein wenig in deren Schatten. Trotzdem lohnt es, einen Blick auf sein Oeuvre zu werfen. Beim 9. Sinfoniekonzert im Juni ist dazu erneut Gelegenheit.

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