LWL-Museum mit neuartiger Ausstellung
Depot-Bilder werden salonfähig

Münster -

Die Ausstellung war noch nicht eröffnet, da trudelte das erste Dankeschön aus Baden-Württemberg per Handy-Mail ein. Von August Jankowski aus Bissingen an der Teck. Er sei glücklich, schrieb Jankowski, dass das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster seine neue Studio-Ausstellung mit seinem Gemälde „Mann in Landschaft“ aus dem Jahr 1966 im Internet bewerbe. Das Bild, das kundige Betrachter vom Motiv her an den norwegischen Künstler Edvard Munch denken lässt, ist eines von 106 Gemälden, die die neue Studio-Ausstellung „Salonfähig!“ zieren. Die Bilder haben eines gemein: Sie stammen aus dem Depot des Landesmuseums, gehören also zu den Schätzen, die das Haus am Domplatz eher selten ans Licht holt.

Sonntag, 10.03.2019, 16:58 Uhr aktualisiert: 10.03.2019, 18:04 Uhr
Hermann Arnhold vor dem Bild „Hymnus (Stillleben mit Fischen)“ von Irmgard Wessel-Zumloh.
Hermann Arnhold vor dem Bild „Hymnus (Stillleben mit Fischen)“ von Irmgard Wessel-Zumloh. Foto: pn

Mit dieser Art von Studioausstellung betritt das Landesmuseum Neuland. Denn nur einen Bruchteil seiner Sammlung, die aus 310 000 Kunstwerken besteht (plus 120 000 Bücher), präsentiert das Haus in seinen Ausstellungsräumen. „Es gab immer wieder die Frage von Besuchern“, so schildert Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold , „was wir im Depot des Museum aufbewahren und ob die dort gelagerte Kunst auch mal zu sehen sein wird.“ Dies war für das Museum der Anlass, in einer Ausstellung Bilder aus dem Magazin zu präsentieren.

Stillleben und Porträts wurde ausgewählt, realistische und abstrakte Kunst, Groß- und Kleinformatiges ausgesucht. Werke von A wie Josef Albers bis W wie Wilhelm Wulff.

Luisa Walter, die als wissenschaftliche Volontärin mit dieser Ausstellungspremiere ihre Visitenkarte als junge Kuratorin am Landesmuseum abliefert, hat Werke des 20. Jahrhunderts versammelt. Sie sind nach Farben sortiert, bilden einen Querschnitt durch die westfälische und deutsche Malerei eines Jahrhunderts – von konservativ bis modern. Die gemäßigte Petersburger Hängung – viele Bilder auf einer Wand – gibt der heterogenen Schau ein lichtes Gepräge. Raumfarben und Lichtregie, die speziell im weißen der vier Räume wichtig ist, setzen das Gemälde-Potpourri spannungsvoll in Szene. „Jeder“, so Hermann Arnhold, „kann hier sein Lieblingsbild finden und aktiv auf Entdeckungsreise gehen.“

Und so hängt nun Marjan Vojskas strenges Bildnis von Landesdirektor Walter Hoffmann aus dem Jahr 1979 in einer Präsentation mit Georg-Karl Pfahlers zu Formblöcken abgegrenzten Farbflächen, findet sich Irmgard Wessel-Zumlohs opulentes Stillleben mit Fischen, genannt „Hymnus“ (1961), in unmittelbarer Nachbarschaft zum Werk von August Jankowski wieder.

Manche Bilder der Schau, Besucher werden es regis-trieren, tragen kleine Pflästerchen. Sie kleben zur Sicherung loser Farbschuppen auf Bildträgern und Rahmenflächen. Bereits im Vorfeld haben Restauratoren die Werke konserviert, denn: „Im Depot wird nicht nur geforscht, sondern auch erhalten“, beschreibt Hermann Arnhold. Der schon jetzt verspricht: „Dies wird nicht die letzte Ausstellung mit Werken aus dem Museumsdepot sein.“

Er kann sich vorstellen, künftig alle zwei bis drei Jahre eine solche Schau zu konzipieren.

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Die Studio-Ausstellung läuft bis zum 26. Januar 2020 im Landesmuseum am Domplatz 10. Geöffnet: Di bis So von 10 bis 18 Uhr, am zweiten Freitag im Monat bis 24 Uhr Petra Noppeney

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