Ausstellung der Niederdeutschen Bühne im Theater
Mimik der Mimen im Wandel der Zeit

Münster -

Es geht eben nicht ausschließlich um die Pflege der Sprache. Es geht um die Menschen, die sie sprechen und hören, spielen und genießen wollen. Kultur eben. Die Niederdeutsche Bühne wurde 1919 gegründet, feiert mithin diesjährig ihr Hundertjähriges und zeigt aus diesem Grunde im Foyer des Theaters eine Ausstellung zum 100-jährigen Bühnenschaffen.

Dienstag, 26.03.2019, 19:54 Uhr
Mimik der Mimen. Elisabeth Georges und Heike Artmann in „Malatt in´n Kopp“
Mimik der Mimen. Elisabeth Georges und Heike Artmann in „Malatt in´n Kopp“ Foto: kok

Jenseits historischen Interesses und der Chronisten-Pflicht lassen sich aus den Fotografien vergangener Produktionen auch weitergehendere Eindrücke sammeln. Natürlich zeigen die Aufnahme über die Jahrzehnte, wie die Mimen älter geworden sind – insbesondere Stammspieler wie Elisabeth Georges oder Hannes Demming. Und auch die Zeiten, als „sich eine vornehmlich aus Studenten gebildete Spielschar“ zusammengetan hatte, um sich als Plattdeutscher Verein der Literarischen Gesellschaft anzugliedern (wie es am 17. August 1946 in dieser Zeitung stand) sind 100 Jahre vorbei. Gesichter im studentischen Alter haben dementsprechend höchstens Lene Holden und Wilm Böckenholt aus „Hatt giegen hatt“ von Karl Wagenfeld aus dem Gründungsjahr 1919. „Was damals mehr persönliche Erlebnisgestaltung war, gerade dieses mundartliche Drama aufzuführen, das steigerte sich im Laufe der Jahre zu einem gewissen Vermächtnis“, heißt es vor über 70 Jahren in dem Bericht. Und dieses Vermächtnis wird von der reiferen Generation gepflegt.

Indes: Die Jugend wird an dieser Stelle nicht vermisst. Denn die Fotografien zeigen anregende Szenen, die den Betachter über das Menschliche und Allzumenschlichen nachsinnen lassen können. Man nehme sich einen Betrachtungsstandpunkt und vergleiche die Bilder. So ergibt sich beispielsweise unter dem Gesichtspunkt der Blicke, die auf der Bühne im Spiel aufeinandertrafen, ein schöner Einblick in die Vielfalt zwischenmenschlicher Emotionen: Verachtung, Misstrauen, Kampfeslust auf der einen, Begehren und Freundschaft auf der anderen Seite.

Es lohnt sich also, sich auch jenseits der Kenntnisse der Stücke und Inszenierungen von den Fotografien zu Geschichten und Gedanken anregen zu lassen.

Nach all den Bildern bringt ein Video die niederdeutsche Sprachkultur auch ins Ohr. Filmausschnitte aus den Aufzeichnungen der Produktionen „Dat Spiel van Doktor Faust“ und „De bruoken Kroos“ sind zu sehen.

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Die Ausstellung im Theaterfoyer, Neubrückenstraße 63, ist bis zum 27. Mai zu sehen.

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