Ausstellung in der Kunsthalle
Spiel mit den Gegensätzen

Münster -

Es ist Christiane Blattmanns erste Einzelausstellung. Für ihre Präsentation in Münster hat die Künstlerin aus Hamburg Arbeiten mitgebracht, die als „Denkfiguren“ den Besucher anregen sollen, die Gegenstände anders zu lesen. Hier ein erster Rundgang.

Donnerstag, 04.04.2019, 18:46 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 17:52 Uhr
Merle Radtke (l.), die Leiterin der Städtischen Kunsthalle und Kuratorin der Ausstellung, mit der Künstlerin Christiane Blattmann hinter dem Werk „They Have Broken with the Tradition of Inside and Outside“ (2019).
Merle Radtke (l.), die Leiterin der Städtischen Kunsthalle und Kuratorin der Ausstellung, mit der Künstlerin Christiane Blattmann hinter dem Werk „They Have Broken with the Tradition of Inside and Outside“ (2019). Foto: con

Ein Flechtwerk – anmutend wie eine Reuse, doch die Tiere sind außen vor: ein Hund, ein Vogel – blau, fließend, auf den ersten Blick kaum erkennbar. Weiterhin: Ofenrohre und -klappen, strahlend neu, umwickelt mit Leinenstoff, der wie ein Kleidungsstück wirkt und den Gegenständen fast menschlich-körperliche Formen verleiht. Schnecken, die im nächsten Moment in einem Rohr zu verschwinden scheinen. Blattwerk aus Silikon und Farbpigmenten, auf Naturleinen gebannt. Das Künstliche wirkt hier natürlich. Und das Natürliche künstlich – die Schuhe etwa, die wie Häuser aussehen. Die Werke von Christiane Blattmann in der Städtischen Kunsthalle im Speicher II laden zu faszinierenden Entdeckungen ein.

Blattmann war glücklich über die Herausforderung, in der Kunsthalle auszustellen. Bislang hat sie derart große Räume kaum bespielt. Heute wird die Schau eröffnet – die erste institutionelle Einzelausstellung von Christiane Blattmann. In Zusammenarbeit mit der Kuratorin Merle Radtke (beide kennen sich seit ihrer Hamburger Studienzeit) ist eine Werkschau der letzten Schaffensjahre entstanden. Darunter sind Kunstwerke, die eigens für die Räume der Kunsthalle konzipiert wurden.

Blattmann liebt nach eigener Aussage das Spiel mit Materialien und Farben, Andeutungen zur Literatur – etwa immer wieder zu Aristophanes „Die Vögel“ –, aber auch zu anderen Kunstformen wie Architektur, Textilkunst, Mode und Handwerk. Der Titel „Un-Break my Walls“ deutet dabei auf Widersprüchliches hin – Brüche, Verwobenes, neu Vernetztes. Das Spiel mit der Gegensätzlichkeit – organisch versus anorganisch, anthropomorph versus geometrisch, kalkuliert versus zufällig – erzeugt Spannungen, die Blattmanns künstlerisches Werk prägen und ihre Arbeiten zu ausgewiesenen Denkfiguren machen.

Die Ausstellung lädt dazu ein, die Werke von allen Seiten zu betrachten. Oder, wie Radtke sagt, „anders in den Gegenständen zu lesen“. Auch mit Hilfe der Arbeitstitel: „Sie öffnen kleine Türen“.

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„Un-Break my Walls“, bis zum 21. Juli in der Städtischen Kunsthalle im Speicher II am Hafenweg 28. Geöffnet: Di bis Fr 14 - 19 Uhr, Sa und So 12 - 18 Uhr.

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