Fotografien von Markus Gebauer im Schlossgarten-Café
Tausend Kilometer für ein Bild

Münster -

Wenn Markus Gebauer anfängt, über seine Fotos zu erzählen, ist er kaum zu bremsen. Hinter jedem Bild steckt eine Geschichte: seine kilometerweite Reise dorthin, das Abenteuer, diesen Ort zu finden, die Konflikte mit Sicherheitsbeamten, Kontakte mit anderen Fotografen und Nachbarn. Dazu immer wieder die Faszination der verlassene Orte: Sanatorien, Industrieanlagen, Gutshäuser, Kirchen, Theater. „Macht süchtig“, kommentierte Gebauer lächelnd. Er präsentierte seine großformatigen Fotos im Rahmen der Veranstaltung „Münster leuchtet“ am Freitag und Samstag im Saal des Schlossgarten-Cafés. Nur zwei Abende, denn am Sonntag mussten alle Bilder schon wieder dem Frühstücksbuffet weichen.

Sonntag, 07.04.2019, 14:52 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 17:52 Uhr
Markus Gebauer zwischen zwei großformatigen Fotos. Seine Ausstellung stieß auf vielfältiges Interesse.
Markus Gebauer zwischen zwei großformatigen Fotos. Seine Ausstellung stieß auf vielfältiges Interesse. Foto: Maria Conlan

Zu den Fotos lief eine Videoprojektion über diese geheimnisvollen Orte. Genaue Orte nennt Gebauer nicht, verleiht den Fotos Titel, die Gefühle widerspiegeln. „Ich möchte Hinweise geben. Ich kläre die Leute nicht auf“, erläuterte Gebauer. Er nennt die Länder, wo die Fotos entstanden, aber nicht genaue Orte, auch zum Schutz und um die Würde dieser verfallenen Gebäude zu bewahren. „Der Rest bleibt der Fantasie überlassen“, ist Gebauer überzeugt.

Die Ausstellung lud viele Besucher zum ausführlichen Betrachten ein. Ein kleiner Junge schritt die Bilder ab und machte Fotos. Ein Paar diskutierte über das Gezeigte, immer wieder kamen Besucher mit Gebauer ins Gespräch. Er freute sich ebenso auf den ersten Münsterbesuch eines niederländischen Kollegen, den er auf seinen Fototouren kennengelernt hatte.

Markus Gebauer fotografiert nebenberuflich und sucht seit acht Jahren dazu verlassene Orte auf, was in den letzten vier Jahren zu einem intensiven Hobby wurde. Über 1000 Kilometer für ein Foto sind keine Seltenheit. Wenn er Hinweise auf ein verlassenes altes Gebäude hat, nimmt er sich Urlaub und macht sich auf den Weg nach Frankreich, Italien, Ungarn, Georgien, Tschernobyl. Italien gehört zu seinen Lieblingsreiseländern. „Aber ich möchte noch zu so vielen Orten“, geriet er ins Schwärmen. Da können ihn weder Unwägbarkeiten noch versteckte Gefahren in den maroden Gebäuden abhalten. Eine schmerzhafte Rippenprellung hat er ebenfalls schon für ein Foto in Kauf genommen.

Jährlich fasst Genauer Fotos zu einem Kalender zusammen, und 2016 entstand der Bildband „Timeless. Urbexery abandoned places“. Die Faszination ist ansteckend.

 

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