Angelus-Konzert mit dem neuen Apostelkirchen-Kantor
Zupackend musiziert

Münster -

Klar und deutlich ziehen sie ihre Linien von oben nach unten, die einleitenden Tonketten in Johann Sebastian Bachs Orgelpräludium h-Moll. Bis das mächtige Pedal kurz darauf markante Oktavsprünge von unten nach oben dagegensetzt. Das verleiht dieser Musik einen herben Gestus, den Ausdruck von Bitten und Flehen. Man kann dem Ganzen aber auch einen behutsam tänzerischen Charakter verleihen. So wie Konrad Paul es am Samstag beim Angelus-Konzert in St. Lamberti tat.

Sonntag, 07.04.2019, 14:52 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 17:52 Uhr
Konrad Paul an der St.-Lamberti-Orgel
Konrad Paul an der St.-Lamberti-Orgel Foto: Christoph Schulte im Walde

Es war kein ganz gewöhnliches Angelus-Konzert, denn mit Konrad Paul stellte sich der neue Kirchenmusiker der benachbarten Apostelkirche erstmals als Organist vor. Entsprechend groß war die Neugier einiger Zuhörer. Am Sonntag wurde Paul dann offiziell als Nachfolger von Klaus Vetter in der Gemeinde begrüßt.

Orgelspielen kann er, der „neue Mann“ von Aposteln. Daran ließ er in St. Lamberti schon mit Bach keinen Zweifel. Auch nicht mit Musik von Sigfrid Karg-Elert, diesem spätromantischen Außenseiter, der stets seine eigenen künstlerischen Wege ging. „Herzlich lieb hab ich dich, o Herr“ ist eine von Karg-Elerts „Choralimprovisationen“ zur Passionszeit, von Paul sehr fantasievoll in ständig wechselnde Farben getaucht, dabei immer darauf bedacht, die Melodie deutlich erkennbar zu machen. Mal mit dem Krummhorn, mal mit der Oboe oder dem Quintatön. Eine reizvolle Interpretation.

Nach Frankreich blickte Konrad Paul schließlich mit drei der zehn „Byzantinischen Skizzen“, die Henri Mulet vor einhundert Jahren vollendet hat: eine „Hommage“ an die Pariser Basilika Sacré-Coeur auf dem Montmartre, bekanntlich im neobyzantinischen Stil erbaut und 1919 eingeweiht.

Mulet ließ sich von diesem monumentalen Bau inspirieren: Mal funkeln die bunten Scheiben der großen Fensterrosette („Rosace“), im „Chant funèbre“ wird ein imaginäres Requiem gefeiert, und das finale Carillon „Tu es petra“ verströmt das Selbstbewusstsein der christlichen Kirche: „Die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen“ – ein wirkungsvolles Virtuosenstück, von Konrad Paul dramaturgisch packend angelegt und zupackend in die Tasten gehämmert. Da hätten ganz zum Schluss durchaus noch die horizontalen Lamberti-Trompeten gepasst, wie sie auch in Sacré-Coeur verfügbar sind.

Der Applaus: Dank des Publikums für die musikalische Qualität der halben Orgelstunde – ganz sicher aber auch ein besonderer Willkommensgruß an den Kantor Konrad Paul!

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