Uraufführung im Passionskonzert
Zerbrechliche Melodielinien

Münster -

Den Beginn von etwas mitzuerleben, anwesend zu sein, wenn etwas Neues entsteht, diesem Moment wohnt ein besonderer Zauber inne. Das Privileg, ein Werk zum ersten Mal hören zu dürfen, zudem Musik, die noch nie erklungen ist, gab es am Samstag in der St.-Pantaleon-Kirche in Roxel zu erleben. Der Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche gastierte dort unter Leitung von Michael Schmutte.

Sonntag, 07.04.2019, 14:52 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 17:52 Uhr
Großer Applaus gab es für den Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche in Roxel
Großer Applaus gab es für den Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche in Roxel Foto: Christoph Stutzinger

Der Komponist Eckhart Kuper hat seine „Choralkantate zur Passion“ (2018) nach eigener Aussage „in eine gemäßigt moderne Klangsprache“ gekleidet. Entstanden ist dabei ein Werk voll innerlicher Bewegung und äußerlicher Ruhe. Sopranistin Katharina Lohbeck und Organistin Christiane Alt-Epping gestalteten als Solisten gemeinsam mit dem Kammerchor eine gelungene Uraufführung, die das Publikum mit spontanem Applaus honorierte. Gerade die zerbrechlichen Melodielinien der Sopranistin – Kuper hatte ihr den Choral „O Traurigkeit“ zugedacht – berührten die Zuhörer. Der Chorpart umfasste Strophen von „Herzliebster Jesu“, mal angelehnt an Johann Sebastian Bach, mal klanglich an Hugo Distler erinnernd. Insgesamt blieb die repetitive Struktur des Strophenlieds in seiner klaren Form stets erkennbar.

Auch das übrige Programm hinterließ starken Eindruck. Alt-Epping zeigte mit Präludium und Fuge des Amerikaners Samuel Barber, dramaturgisch klug nach Kupers Choralkantate platziert, ihre feinen technischen Möglichkeiten und die Fähigkeit zur großen musikalischen Geste. Besonders gegen Ende konnte auch der Chor unter der hervorragenden Leitung Schmuttes seine klanglichen Möglichkeiten präsentieren: Mendelssohns drei Psalmen gerieten zum Ereignis. Voller Dramatik deklamierte der Kammerchor mit sehr guter Textverständlichkeit. Im Wechselspiel zwischen Solistenoktett und Doppelchor war der Chorklang von einer großen Körperlichkeit mit intensivem Ausdruckswillen gekennzeichnet. Eine grandioser Abschluss dieses Passionskonzerts.

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