Kammerchor St. Lamberti
Reinster Wohlklang bei starken Texten

Münster -

Starke Texte – das sind die Bußpsalmen, und die darin formulierten Bitten hören sich für heutige Maßstäbe ungewohnt an. „Herr, verstöre meine Feinde um deiner Güte willen und bringe alle um, die meine Seele ängsten“, heißt es etwa in Psalm 143. Wenn diese unbequemen Texte jedoch, in frühbarocker Manier vertont, vom Kammerchor St. Lamberti fabelhaft vorgetragen werden, dann ist das der reinste Wohlklang. Unter der Leitung von Alexander Toepper sang das Ensemble am Sonntagnachmittag sechs Deutsche Bußpsalmen aus der Sammlung „Threnodiae Davidicae“ von Melchior Franck. Ein Gambenconsort mit Magdalena Meyberg-Crighton, Jochen Thesmann, Andrea Thül-Reddig und Robert Memering sowie An-dreas Peters (Zink), Lukas Oppermann (Laute) und Matthias Imkamp (Posaune) begleiteten den Chor.

Montag, 08.04.2019, 18:25 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 17:52 Uhr
Die selten zu hörenden Deutschen Bußpsalmen aus der Sammlung „Threnodiae Davidicae“ von Melchior Franck stellte der Kammerchor St. Lamberti am Sonntagnachmittag vor.
Die selten zu hörenden Deutschen Bußpsalmen aus der Sammlung „Threnodiae Davidicae“ von Melchior Franck stellte der Kammerchor St. Lamberti am Sonntagnachmittag vor. Foto: Heeke

Die 18 Sängerinnen und Sänger unterstrichen die vielfältigen Mittel der musikalischen Textausdeutung, und in dem Werk gibt es in dieser Hinsicht einiges zu entdecken. Ist von „Finsternis“ die Rede, erhält auch die Musik eine düstere Grundierung, beispielsweise indem nur die tiefen Stimmen singen. Trauer und Seufzen hört man ebenso heraus wie hoffnungsvolle Momente, etwa durch bewegtere Rhythmen. Johanna Haecker (Sopran) und Benedikt Brenk (Tenor) bereicherten die Palette des musikalischen Ausdrucks in einem Teil der sechsstimmigen Motetten um solistische Farben.

Pfarrer Dr. Detlef Ziegler stellte in einer kurzen Ansprache die Bußpsalmen in einen theologischen Zusammenhang. Die Texte griffen Krankheit und Schicksalsschläge ebenso auf wie die archaische Frage nach einer möglichen Schuld des Leidenden. Der Betende hadere mit einem unbegreiflichen, dunklen Gott, der sich entziehe und schweige, aber dennoch Halt bieten könne. Um Vergebung und Zuversicht geht es im Psalm 23. Chor und Instrumentalisten zogen hier nochmals alle Register für einen prachtvollen Ausklang: „Freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten.“ Die Mitwirkenden freuten sich über viel Applaus in der gut besuchten Lambertikirche.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6529815?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Debatte um unzufriedene Mitarbeiter: Bewohner-Angehörige schalten sich ein
In der DKV-Residenz am Tibusplatz gibt es Ärger. Die Leitung lädt ihre Bewohner am Montag zum Austausch ein.
Nachrichten-Ticker