Thomas Nufer entwickelt Performance
Reflexionen über Geld und Glamour

Münster -

Geld regiert die Welt! Das war vor 2000 Jahren schon so und gilt erst recht für die Gegenwart. „Systemrelevante“ Institutionen werden staatlich abgesichert, Sozialleistungen gedeckelt. Dem stellt der münstersche Künstler Thomas Nufer eine eindeutige Parole entgegen: „Reichtum und heißes Wasser für alle“.

Mittwoch, 10.04.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 11:44 Uhr
Warben gemeinsam für die Performance: Autor und Regisseur Thomas Nufer, Sarah Klein vom Evangelischen Jugend- und Bildungswerk sowie Ulf Schlien, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises (v. l.).
Warben gemeinsam für die Performance: Autor und Regisseur Thomas Nufer, Sarah Klein vom Evangelischen Jugend- und Bildungswerk sowie Ulf Schlien, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises (v. l.). Foto: cws

So lautet der Titel seiner jüngsten Theaterperformance, für die er sich die frühere Eissporthalle an der Steinfurter Straße als Spielort ausgesucht hat. Dort treffen demnächst politisches Handeln und gesellschaftliche Realität aufeinander. „Auch hier in Münster gibt es viele Menschen, die nicht gesehen werden“ unterstrich Superintendent Ulf Schlien gestern bei der Vorstellung des Projektes, das vom Jugend- und Bildungswerk des Evangelischen Kirchenkreises Münster getragen wird.

Um Profiteure und Leidtragende einer Plutokratie ging es schon dem antiken Dramatiker Aristophanes. Dessen Komödie „Plutos“ nimmt Thomas Nufer als Basis, verschränkt diese mit dem gesellschaftlichen Hier und Jetzt und fragt ganz provokant und suggestiv, ob sie nicht dezidiert gewollt ist, die Schere zwischen Arm und Reich.

Er stellt antike Figuren gemeinsam auf die Bühne mit Papst Franziskus, Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Ökonom Karl Marx – das verspricht spannende Begegnungen und interessante Reflexionen nicht nur über Geld und Glamour.

Radikales Nachdenken ist gefordert hinsichtlich des befreiungstheologisch formulierten Postulats der „vorrangigen Option für die Armen“. Diesen Denkraum bietet jede der acht Aufführungen im Juni: In rund 30-minütigen sozialpolitischen Diskussionsrunden kommt das Publikum mit Vertretern aus Gesellschaft und Kirche ins Gespräch.

Neben professionellen Schauspielern werden auch Laiendarsteller bei dieser multimedialen Theaterperformance aktiv. Schüler der Hauptschule Geist etwa verteilen während der Pause Brot und Wasser – „Sekt gibt es nur für ganz Wenige“, schmunzelt Thomas Nufer.

Noch können Interessierte einsteigen in die Produktion. Der antike „Chor“ sucht noch Verstärkung, eine erste Probe ist für den kommenden Samstag (13. April) um 16 Uhr im Schillergymnasium (Gertrudenstraße 5) angesetzt.

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Die Premiere geht am 16. Juni um 20 Uhr über die Bühne. Bis zum 30. Juni sind neun weitere Termine in der ehemaligen Eissporthalle, Steinfurter Straße 113, annonciert. Karten (15/9 Euro) gibt es im Internet.   | www.localticketing.de

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