Premiere von „Ikarus – Fliegen ist ein Kinderspiel“ im Charivari-Puppentheater
Vom Traum des Wegfliegens

Münster -

Ganz still war es bei der Uraufführung vom Puppenspiel über eine alte griechische Sage, die neu, frisch und familiengerecht präsentiert wurde: „Ikarus – Fliegen ist ein Kinderspiel“. Am Karfreitag war Premiere für Menschen ab vier Jahren.

Dienstag, 23.04.2019, 18:24 Uhr
Der Kasper, so scheint es, möchte abheben wie Ikarus vom Turm.
Der Kasper, so scheint es, möchte abheben wie Ikarus vom Turm. Foto: Maria Conlan

Es begann mit einem seltsamen Traum – und zwei kleine Füße wanderten über die Kulisse, ruhig, langsam – und diese Ruhe bewahrte das Stück. Puppenspielerin und Erzählerin Paula Zweiböhmer schaffte es, die Spannung und Aufmerksamkeit des Publikums zu halten, mit ihrer Bühnenpräsenz, ihrem facettenreichen Puppenspiel, dem Einbeziehen des Publikums und liebevollen Details.

Als Erzählerin stellte sich Zweiböhmer zu Beginn als Erfinderin vor mit dem Buch ohne Buchstaben, zeigte auf der Weltkugel, wo Kreta liegt, erklärte, dass Daedalus mit seinem Sohn Ikarus dort in Gefangenschaft in einem Turm lebte – doch das Spiel wurde nie schwer, es behielt seine Leichtigkeit. Dass Erfindungen auch mit Scheitern und Ausprobieren verbunden sind, zeigte sie kurz und knapp und leicht.

Doppelt so viele Erwachsene wie Kinder kamen zur Premiere – und alle ließen sich verzaubern vom Puppenspiel mit begeisternder Erzählung und Musik. Es war ein ganz anderes Kaspertheater – ruhig, mit leisen Tönen, begleitender, meditativer Klaviermusik und lustigen Rosinenhammerschlägen zwischendurch. Auf alle Fälle hielt die Geschichte bei allen die Spannung, forderte auch nicht zu langes Stillsitzen, denn nach dreißig Minuten war alles erzählt. Das Publikum belohnte das Spiel mit leuchtenden Augen und starkem Applaus.

Paul Zweiböhmer erzählte und spielte die Handpuppen, die Marionette, das Schattentheater, und Wilfried Plein führte nicht nur Regie, sondern begleitete das Spiel mit sehr einfühlsamen Tönen am Klavier.

Ein kleiner Junge war total vom großen schwarzen Vogel fasziniert und konnte diesen auch im Anschluss an das Stück noch mal in Ruhe von Nahem bestaunen. Er war mit seiner Mutter in Münster zu Besuch und beide freuten sich als große Puppentheaterfreunde, dass sie spontan Eintrittskarten für die Premiere ergattern konnten. Ein Erinnerungsfoto mit den Puppen gab es obendrein.

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