„Saurüssel“ zeigt sein Wiesentheater „Alles Schilf“
Einfach aus Freude

Münster -

Klaus-Dieter Hedwig und Manfred Kerklau haben auf der Wiese eine luftige Wand aus Schilf gebaut – alles sauber nach der Sonne ausgerichtet, dem stärksten Scheinwerfer, der je eine Bühne beleuchtet hat . . .

Dienstag, 23.04.2019, 19:53 Uhr aktualisiert: 23.04.2019, 20:00 Uhr
Wundersame Wesen bevölkern die Wiese mit dem Schilf. Das Theater Saurüssel stellte seine Performance „Alles Schilf“ Ostermontag im Wienburgpark vor.
Wundersame Wesen bevölkern die Wiese mit dem Schilf. Das Theater Saurüssel stellte seine Performance „Alles Schilf“ Ostermontag im Wienburgpark vor. Foto: Ralf Emmerich

Strahlend blauer Himmel und Temperaturen weit über 20 Grad: ein Ostermontag wie aus dem Bilderbuch. Ins Theater geht da kaum einer gerne. Also hat sich das Theater Saurüssel auf den Weg zum Menschen gemacht. Genauer gesagt, in den Wienburgpark. Dort haben Klaus-Dieter Hedwig und Manfred Kerklau eine luftige Wand aus Schilf gebaut – alles sauber nach der Sonne ausgerichtet, dem stärksten Scheinwerfer, der je eine Bühne beleuchtet hat . . .

„Alles Schilf“ nennt das 16-köpfige Ensemble seine Performance und will sie als Hommage an die Natur verstanden wissen. Als die ersten Akteure die Wiese betreten, fühlt man sich tatsächlich an eine Lichtung in einem Zauberwald erinnert, auf der merkwürdige Wesen merkwürdige Sachen machen. Zum Beispiel Lücken in die sorgsam ausgerichtete Wand aus Schilf brechen. Oder die Mitspieler in graue Papierbahnen einwickeln, sodass sie auf der Wiese stehen wie Betonskulpturen und einen wirksamen Kon­trast bilden zu den restlichen, reichlich bunt gekleideten Akteuren, die sie neugierig umkreisen.

In einer Szene setzen sich alle Tiermasken auf. Natürlich darf dabei auch der namensgebende Saurüssel nicht fehlen. Die so gebildete Herde umschnüffelt dann die Steinskulpturen, bis sie von einem Schrei auseinandergetrieben wird und sich erst mal im Publikum verschanzt, das nun gebannt auf die menschlichen Gliedmaßen blickt, die sich aus dem Papier der Skulpturen herausarbeiten wie im Horrorfilm Arme aus einem Grab. Wäre nicht heller Nachmittag, könnte man Angst bekommen.

Aber schon leitet der riesige Gong die nächste Runde ein, und eine Saxofonspielerin treibt die Schauspieler, die jetzt eher Tänzer sind, zurück ins Geschehen. In ständig wechselnder Formation sausen sie durch die Lücken im Schilf, verharren zwischendurch wie eingefroren und werden dann von der Musik immer weiter nach hinten gedrängt, wo sie schließlich niedersinken und in ihren bunten Kleidern wirken wie Blumen auf einer Wiese.

Es ist keine große Sache, die das Theater Saurüssel hier aufführt. Und mit einer knappen halben Stunde dauert sie auch nicht lang. Und so richtig verstehen tut man auch nicht, was das alles bedeutet. Aber es ist eine höchst charmante Darbietung, die beim Zuschauen einfach Freude bereitet. Und oft sind es ja die kleinen Dinge, die das Leben ein bisschen schöner machen.

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Weitere Aufführungen sind immer am Sonntag jeweils um 15.15 Uhr und 16 Uhr: 28. April und 5. Mai (im Wienburgpark gegenüber dem Spielplatz / Eingang über die Langemarckstraße),12. und 19. Mai (Wiese vor dem Kunsthaus Kannen / Alexianer Campus), 26. Mai und 2. Juni (Wiese vor der St.-Lukas-Kirche, LWL-Klinik, Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße 30) und am 16. Juni (Wiese im Wienburgpark – letztes Mal). Freier Eintritt; bei Regen wird nicht gespielt.

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