Kinderkonzert des Sinfonieorchesters
Westfälische Geige verliebt sich

Münster -

Am Ende zupfte Oudinchen ein schüchternes „Ja“, als Geige Paul um ihre Hand anhielt. Alle Instrumente des Sinfonieorchesters jubilierten gemeinsam aus vollster Saite und kräftigstem Rohr dazu. Die westfälische Geige Paul und seine arabische Laute Oudinchen hatten im „Club Alle­gro“ zusammen gefunden.

Montag, 06.05.2019, 18:16 Uhr
Schüler des Hittorf-Gymnasiums animierten das Publikum zum Mitmachen bei der orientalischen Hochzeit.
Schüler des Hittorf-Gymnasiums animierten das Publikum zum Mitmachen bei der orientalischen Hochzeit. Foto: Heike Eickhoff

Am Ende zupfte Oudinchen ein schüchternes „Ja“, als Geige Paul um ihre Hand anhielt. Alle Instrumente des Sinfonieorchesters jubilierten gemeinsam aus vollster Saite und kräftigstem Rohr dazu. Die westfälische Geige Paul und seine arabische Laute Oudinchen hatten im „Club Alle­gro“ zusammen gefunden. Bis die Saiteninstrumente ein Paar wurden, gab es einige Diskussionen mit den Instrumentenkollegen, die alle gemeinsam in der Sonne am türkischen Pool schmorten und sich von den anstrengenden Konzerten in Münster erholten.

Diese schnurrige kleine Geschichte mit dem Happy End (konzipiert und moderiert von Barbara Overbeck) gibt es im dritten Kinderkonzert zu hören. Einige Schüler des Hittorf-Gymnasiums bereicherten die sonnige Clubszene mit kleinen Aerobic-Einheiten als Animateure; die Zuschauer standen auf und machten eifrig mit. Als animierende „Clubhymne“, wie Overbeck es schmunzelnd nannte, diente Mozarts Ouvertüre zur „Entführung aus dem Serail“. Das Orchester zauberte hier eine lebendige Version des Evergreens.

Mihai Ionescu (Konzertmeister des Kinderkonzerts) ließ seine Violine als die „westfälische Geige Paul“ allerliebst mit der Oud flirten, die Muharrem Cenker (langjähriger ehemaliger Geiger im Sinfonieorchester) als Solist dabei hatte. Die virtuose, bundlose Knickhalslaute Arabiens (ein Vater der Laute und Großvater der Gitarre) mutierte flugs zur süßen türkischen Prinzessin. Selbst der grummelige Kontrabass (Renate Fischer) war am Ende froh über die neue Kollegin Oudinchen, denn immerhin durften nun alle gemeinsam einen leicht orientalisch eingefärbten Galopp spielen – und der Bass liebt doch die Cowboymusik so, vor allem, wenn wild geritten wird, erzählte Overbeck.

Die Musik dazu hatte Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg komponiert, der in legerer Strandkleidung vor Beginn des Konzerts demonstrativ mit seinem Badetuch den besten Platz am fiktiven Pool auf der Bühne belegte. Bunte, emotionale und gemäßigt moderne Klänge mit viel Chromatik, die man hoffentlich noch viele Male auf den Bühnen hören wird. Das grandiose musikalische Finale stand unter dem auf die Rückwand projizierten Motto „Wir sind Mehr!“ – ein gelungenes Kinderkonzert mit der Botschaft, dass wir alle sehr gut zusammen Musik machen und leben können.

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