Was die Landesförderung für Münsters Schauspiel bedeutet
Großes Lob und ein Labor für Stücke

Münster -

Frank Behnke hat allen Grund, sich zu freuen: Es sei eine „ganz großartige Nachricht“, dass die Landesregierung seine Sparte drei Jahre lang mit einer „immensen Summe“ fördere, sagt Münsters Schauspiel­direktor im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Mittwoch, 15.05.2019, 17:08 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 18:12 Uhr
Frank Behnke
Frank Behnke Foto: Wilfried Gerharz

Konkret kommt das Förderprogramm „Neue Wege“ von Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer­Poens­gen der Beschäftigung mit neuer Dramatik am Schauspiel Münster zugute: Die insgesamt 450 250 Euro erlauben es dem Theater ­etwa, zusätzliches Geld für Autorenhonorare auszugeben – was sich schon in der kommenden Spielzeit 2019/20 künstlerisch auszahlt: Vier Uraufführungen, darunter Stücke von Viola Bungarten und Martin Heckmanns, ­stehen auf dem Programm. Und so soll es auch in den darauffolgenden Spielzeiten weitergehen.

Neben dem Prinzip, alle Theater des Bundeslandes zu fördern, hatte die Regierung beim Programm „Neue Wege“ über 35 eingereichte Bewerbungen zu urteilen. Dass Münster zum Kreis der Ausgewählten gehört, erfüllt Behnke mit Stolz, weil er ­darin eine „Anerkennung für die engagierte Arbeit des Schauspiels Münster“ erkennt, sich künstlerisch mit der Gegenwart auseinanderzusetzen. Die Stücke Tuğsal Moğuls etwa hat es ja auch zuvor schon gegeben, das Ministerium setzt nicht nur auf neue Projekte.

Aber auch auf diese: Die Förderung von rund 120 000 Euro pro Spielzeit kommt ja zudem einem „Dramenlabor“ zugute, dessen Ergebnisse erstmals bei ei­nem Festival in gut einem Jahr vorgestellt werden sollen. Institutionen wie das Deutsche Literaturinstitut Leipzig oder die Universität der Künste Berlin sind mit im Boot, aber auch regionale Partner wie das „Centre for Literature“ auf Burg Hülshoff, um junge Autoren zu fördern, mit ihnen neue Ideen zu entwickeln. „Eine Plattform für all das, was man heute unter Autorenschaft versteht“ stellt sich Frank Behnke vor. Die genaue Ausgestaltung des Projekts, etwa die Idee, auf Burg Hülshoff eine Kurzzeit-Residenz für die jungen Dramatiker zu schaffen, wird Gestalt annehmen, sobald das jetzt anstehende NRW-Theatertreffen am Pfingstfest zu Ende gegangen ist.

Übrigens werden auch die Klassiker des Theater-Spielplans von der „Neue Wege“- Förderung profitieren. „Sie schafft für die anderen Produktionen Spielräume“ bestätigt Behnke und nennt als Beispiel Gastregisseurin Laura Linnenbaum, die an großen deutschen Häusern arbeitet und in Münster Shakespeares „Maß für Maß“ inszenieren wird. Für solch prominente Gäste ist jetzt ­etwas mehr Luft in Behnkes künstlerischem Etat.

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