„Ein-Topf“-Theater spielt im Bühnenboden
Packend und intensiv

Münster -

Im Foyer des Kleinen Bühnenbodens ist es brechend voll, ebenso kurz darauf im kleinen Theaterraum. Denn seit Wochen schon ist die Premiere des „Ein-Topf“-Theaters (Theaterensembles der LWL-Klinik) ausverkauft. Wieder einmal hatte das „Ein-Topf“-Theater ein Stück selbst erarbeitet und inszeniert: „Unter den Deckel geschaut“. Kulissen wurden nicht verwendet – tatsächlich wären sie in den kurzen, aber dichten Szenen, absolut überflüssig gewesen.

Sonntag, 19.05.2019, 17:14 Uhr
Das „Ein-Topf“-Theater wurde vom Publikum im Bühnenboden gefeiert.
Das „Ein-Topf“-Theater wurde vom Publikum im Bühnenboden gefeiert. Foto: Heike Eickhoff

„Die Namen der Schauspieler müssen nicht genannt werden. Wir sind einfach eine gemischte Truppe aus Patienten und Mitarbeitern der Abteilung für spezielle Psychotherapie der LWL-Klinik Münster und stellen unsere neueste Produktion vor“, betonte Andre Voss (Schauspieler und treibende Kraft beim „Ein-Topf“-Theater) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Das knapp 45 Minuten kurze, packende und sehr intensive Stück stellte in kleinen Szenen die acht Akteure auf der Bühne, fünf Frauen und drei Männer, in erfundenen Realitäten vor. Allen gemeinsam war das allmorgendliche Treffen an einer Bushaltestelle. Zu Beginn hörte man, aufgezeichnet und zugespielt, Stimmen, die erklärten, warum sie ausgerechnet diese Bushaltestelle aufsuchten. Meist hieß es, dass man mit dem Bus einen bestimmten, individuell verschiedenen Ort erreichen müsse. „Weil ich muss!“, erklärte eine Frauenstimme jedoch lapidar.

In den folgenden kurzen Szenen erfuhren die Zuschauer, dass der Busfahrer schon länger in eine Mitfahrerin verliebt sei und dass die immerzu putzende und aufräumende Frau eigentlich den Schmutz liebe. Und ihn sogar in Form von prall gefüllten Staubsauger-Beuteln heimlich weiter verkaufe. Die junge Frau mit dem hellen Sonnenschirm entpuppte sich als Zirkuskind und turnte artistisch und leichtfüßig auf einem fiktiven Hochseil herum – „Maria Musterfrau“ nannte sie sich. Kaum fiel es auf, dass ihre Füße den Boden nie verließen, dass kein Hochseil gespannt war, so intensiv präsent war sie in ihrer Rolle.

„Gundel Krabatz“ thronte als eloquente Fernsehmoderatorin mit greller Langhaarperücke auf der Bühne, bis sie sich als „Punk“ outete, „Greta Gartengrün“ organisierte Demos für die Umwelt.

Die Zuschauer feierten die bunte Truppe mit sehr viel Beifall und erlebten eine quirlige, intensive und sehr berührende Dreiviertelstunde.

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