Sinfonieorchester trifft „Jazzrausch“ im Landesmuseum
Und hier und da Bruckner

Münster -

Vor Kurzem wurde für die neuste Innovation geworben: Vier Programme auf vier Bildschirmen parallel – radikale Zeitgewinnung bei maximaler Informationsdichte. Das ähnelte der Kooperation der „Jazzrausch Bigband“ mit dem Sinfonieorchester Münster.

Dienstag, 04.06.2019, 18:58 Uhr
Im Foyer des Landesmuseums trafen das Sinfonieorchester Münster und die „Jazzrausch Bigband“ aufeinander.
Im Foyer des Landesmuseums trafen das Sinfonieorchester Münster und die „Jazzrausch Bigband“ aufeinander. Foto: Günter Moseler

Vor Kurzem wurde für die neuste Innovation geworben: Vier Programme auf vier Bildschirmen parallel – radikale Zeitgewinnung bei maximaler Informationsdichte. Das ähnelte der Kooperation der „Jazzrausch Bigband“ mit dem Sinfonieorchester Münster. Im Rahmen der „Mondaymusic“ bewegt sich deren Programm „Bruckners Nervenzusammenbruch“ zwischen „Dub­step, Klassik, Techno, Hiphop und Jazz“: Maximum Music.

Im Landesmuseum war die Band hinten positioniert: Trompete, Saxofone, Posaunen und Tuba blitzten golden in der Ferne. E-Gitarre, Synthesizer und Schlagzeug waren rechts außen, die (Orchester-)Streicher vorn. Stefan Veselka (1. Kapellmeister am Theater) dirigierte, schon groovte es, gab‘s ein paar entspannte Soli, stieg der Zuhörer hinab in den Maschinenraum synkopisch durchgespülter Klänge. In den hinteren Reihen horchten skeptische Kennermienen raunend Symphonisches (von eisernem 4/4-Takt unterwandert) nach Bruckner-Motiven ab. Später hieß es, die „8. Sinfonie“ des Meisters sie verarbeitet worden, aber nur die Blechbläser erinnerten eisern an berühmte Choral-Sentenzen der brucknerschen Sinfonien.

Etwas überraschend folgte bei „Dancing Wittgenstein“ die Aufmunterung „Sie können auch sofort tanzen“ an die Zuhörer, die aber saßen auf ihren Stühlen wie einbetoniert. Vielleicht irritierte der rätselhafte Titel zu sehr, oder die gemütvolle Ostinato-Bewegung, oder die Klangaquarelle des Synthesizers, vielleicht auch der notorische 4/4-Takt, der jeden symphonischen Mucks an die Kette legte. Es war, als würde die brucknersche Musik mit modernen Rhythmen infiltriert, die konsequent auf alles Flotte, Tänzerische und Gutgelaunte zusteuerten.

So wurde es eine Bruckner-Weltumsegelung ohne Kompass – und Segel. Die „Jazzrausch“-Adaption von Bruckners Vierte erwies sich als Paraphrase ihres Kopfsatzes, in die auch die E-Gitarre zittrige Arabesken wob und das Triangel eine Prise akustischen Silberschnees über diverse Takte streute. Die „Jazzrausch“-Komposition „Ikarus“ („So hätte Bruckner ‚Dubstep‘ komponiert“) verströmte sinfonischen Erhabenheitssound à la „Krombacher“ oder „Hornbach“, und der Band-Fantasie „Apokalypse“ wurde ein „Nicht ernst gemeint“ vorangestellt. Tatsächlich trauten sich nun einige Zuhörer, das Tanzbein zu schwingen. Ein Abend voll entspannter Harmlosigkeit und flockigem Feeling, von Fan-Beifall und freundlichem Applaus maßvoll gewürdigt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6666659?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
WWU Baskets triumphieren mit 93:87 in Düsseldorf - Jojo Cooper mit 26 Punkten
Basketball: Pro B: WWU Baskets triumphieren mit 93:87 in Düsseldorf - Jojo Cooper mit 26 Punkten
Nachrichten-Ticker