Ausstellung von Wilm Weppelmann
Optimismus in Orange

Münster -

Die Welt ist nicht grau, die Welt ist nicht blau, die Welt ist – orange! Ein Schritt ins Haus der Niederlande und schon betrat man am Donnerstagabend die „„oranje wereld – orange welt“, eine „poetische Erdaufhäufung von Wilm Weppelmann“, eine Fantasie-Installation über die Farbe Orange, die Niederlande und das Meer.

Freitag, 07.06.2019, 17:34 Uhr
Wilm Weppelmann positionierte sich für seine Performance in den Mittelpunkt eines Erdkreises und rezitierte ein Gedicht, aus dem sich eine Zeile hervorhob: „Das Meer ist still“.
Wilm Weppelmann positionierte sich für seine Performance in den Mittelpunkt eines Erdkreises und rezitierte ein Gedicht, aus dem sich eine Zeile hervorhob: „Das Meer ist still“. Foto: Moseler

Wilm Weppelmann ist der Sonnenkönig unter den Gärtnern Münsters, ein Experimentator der Farben, Düfte und Künste, der in seiner „Gartenakademie“ Hof hält für Gartenexperten, -enthusiasten und -nostalgiker: Die Welt als Garten, der Garten als Welt. Auch in seiner Ausstellung wirkte Gärtnerisches als „work in progress“: Zwei mit Schaufeln bespickte Bottiche voller schwarzer Erde, dahinter ein Erdkreis und kleine Blumentöpfe, im Hintergrund ein zum Deich makellos aufgeschütteter Erdhaufen, auf dessen Höhenkamm orangener Puderzucker gestreut schien, wie in der Ferne ein Video, in dem eine orangene Boje auf ruheloser Gischt hüpfte: Land, Deich, Meer.

Im Mittelpunkt des Erdkreises positionierte sich Weppelmann für seine Performance und rezitierte ein Gedicht, aus dem sich eine Zeile hervorhob: „Das Meer ist still“.

Dann begann jemand, schaufelweise Erde über den Körper des Künstlers prasseln zu lassen, der es ungerührt geschehen ließ. Nicht als würde er begraben, sondern als sei die Erde eine zweite Haut, ein Leben spendendes Elixier. Und noch während Erde Schaufel auf Schaufel fiel, bückte sich Weppelmann, griff sich die Blumentöpfe und verpflanzte sie in den Erdhügel – um sie nur Minuten später an Umstehende zu verschenken. In kleinen Plastiktütchen wurden zusätzlich Samen herumgereicht: Zinnien, Chrysanthemen, Isländischer Mohn, Feuerlilien und andere – Farbe: Orange.

Aber die Ausstellung reflektiert die Farbe „ Oranje “ als niederländische Nationalfarbe ebenso wie als Zeichen für „besondere Energie“. Der Charakter von „Orange“ tendiert ins Optimistische, zu „Erfrischung, Fröhlichkeit und Jugend“. Dabei sind die Niederlande unermüdlichen Angriffen des Meeres ausgesetzt: 26 Prozent des Landes liegen unterhalb des Meeresspiegels und sind permanent überschwemmungsgefährdet. Die Deiche sind daher Bollwerke zähen Widerstands: „Warum solltest du Angst vor dem Meer haben. der Damm ist orange“, so lautet eine Gedichtzeile zu im Raum verteilten Fotos von Weppelmann, der dafür im Oranje-Anzug die Küste, Deichstraßen und Strände entlanggewandert ist.

„Man wächst an den Dingen, mit denen man am meisten kämpft“, resümierte der Künstler, und: „Ich hoffe, die Ausstellung lädt auch zu Missverständnissen ein“. Das ist typisch Weppelmann „at his best“: witzig, schlagfertig, ernst und authentisch. „Niederlande, das ist doch die Nachbarschaft vor dem Gartentor.“ Optimismus in Orange. Fabelhaft!

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