Adam-Riese-Show mit Frank Goosen, Michael Voss und Judith O’Higgins
Diesmal rollten auch einige Köpfe

Münster -

Dass in einer Show mit so hohem Spaß-Faktor so viele Köpfe rollen könnten wie am Sonntagabend, würde der erfahrene Riese-Fan nicht erwarten. Klingt makaber, war es zum Teil auch. Der Grund: Erster Talkgast des Abends war die Pathologin Judith O’Higgins – die vom Moderator mit dem spektakulärsten Mordfall in Münsters Nachkriegsgeschichte eingeführt wurde. Dem Fall Maria Rohrbach, deren Mann im Jahr 1957 zerstückelt im Aasee aufgefunden wurde – ohne Kopf. Die vermeintliche Gattenmörderin wurde zunächst eingeknastet, später aber wegen gravierender Gutachter-Mängel wieder freigelassen.

Montag, 01.07.2019, 14:24 Uhr
Adam-Riese-Show mit Frank Goosen, Michael Voss und Judith O’Higgins: Diesmal rollten auch einige Köpfe
Foto: Tom Heyken

Auch Judith O’Higgins , die reale Kollegin von Tatort-Ermittler Prof. Boerne und ehemals Medizinstudentin in Münster, berichtete über den Fall einer kopflosen Leiche auf ihrem Seziertisch. Es handelte sich furchtbarerweise um den Kopf eines Freundes und Musiker-Kollegen ihres Mannes in London. Der bei einem Motorrad-Unfall abgetrennte Kopf war so stark blutverschmiert, dass die Rechtsmedizinerin ihn zunächst nicht erkannte.

Puh! Erst als Riese die Ärztin und Autorin („Spuren des Todes“) über die Blitz-Dia­gnosen des Tatort-Professors anhand von Filmszenen befragte, wurde es humoriger. Und Saxofon spielen kann sie auch noch, wie sie mit Markus Paßlicks „Original Pumpernickeln“ unter Beweis stellte; dieses Mal mit „Gast-Bassistin“ Jule Balandat von Münsters swingenden „Zucchini Sistaz“.

Bei solch ernstem Talk war ein komödiantischer Gegenpart willkommen. Und der war in Gestalt von Schriftsteller Frank Goosen zur Stelle. Der Mann, der im ganzen Leben „noch keinen einzigen Tag richtig gearbeitet hat“, kann seine Ruhrpott-schwangeren Anekdoten so lässig aus der Hüfte feuern, wie er sie in ausgefeilte Buchgeschichten packt. Im Gegensatz zu Herbert Grönemeyer sei er in Bochum geboren und wohne heute etwa nur 800 Meter von seinem Geburtshaus entfernt. Natürlich wurde eine Schnurre seiner bekannten Helden „Förster, Fränge und Brocki“ vorgelesen. Noch witziger waren allerdings die privaten Erlebnisse, etwa wie er Anno 1980 beim „Lassiter“ lesenden Opa im Wohnzimmer saß, als unvermittelt ein „Orgasmus“ von Yoko Ono aus dem Plattenschrank tönte.

Da lauschte die versammelte Cloud dann doch lieber dem Hardrock-Urgestein Michael Voss, der mit der Band „Mad Max“ in den 80er Jahren weltweit Erfolge feierte. Aber Balladen kann der Münsteraner ebenso gut. Der sympathische Rocker, dessen Eltern einst „Feinkost Voss“ in der Warendorfer Straße betrieben, erinnerte sich an seine erste, schwer missglückte Dauerwelle. „Danach sah ich aus wie ein Pudel!“, grinste er.

Zum Grinsen war auch die Comedy-Falle, in welche jüngst Götz Alsmann bei „Verstehen Sie Spaß?“ getappt war. In eine versperrte Künstlergarderobe inklusive Ratte hatte „Lockvogel“-Kollege Markus Paßlick ihn gelockt. Da hätte Alsmann um ein Haar, wenn schon nicht den Kopf, so doch die Fassung verloren.

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