Ausstellungshalle Hawerkamp: Retrospektive Ausstellung von Klaus Geigle
Geheimnisvolle Räume

Münster -

Sie sind zu tief, um nur witzig zu sein, und zu gewitzt, um in Erhabenheit zu erstarren. Die Bilder von Klaus Geigle tragen ein Geheimnis in sich, das selbst der Künstler nicht ins Letzte ergründen kann. Oder will. Der Münsteraner vom Niederrhein hat sein 50. Lebensjahr vollendet und mindestens 35 Jahre davon gemalt. Zeit für eine Art Retrospektive in der Ausstellungshalle Am Hawerkamp.

Donnerstag, 15.08.2019, 07:33 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 07:40 Uhr
Flucht vor der Übermalung? In dieser Pool-Szene waren viele Figuren zugegen. Die Personen an Land hat Klaus Geigle aus der Welt der Gegenständlichkeit durch Übermalung ins Abstrakte überführt. Nur die Frau zu Wasser scheint ihrem Schicksal entkommen zu sein  Flucht vor der Übermalung? In dieser Pool-Szene waren viele Figuren zugegen. Die Personen an Land hat Klaus Geigle aus der Welt der Gegenständlichkeit durch Übermalung ins Abstrakte überführt. Nur die Frau zu Wasser scheint ihrem Schicksal entkommen zu sein.
Flucht vor der Übermalung? In dieser Pool-Szene waren viele Figuren zugegen. Die Personen an Land hat Klaus Geigle aus der Welt der Gegenständlichkeit durch Übermalung ins Abstrakte überführt. Nur die Frau zu Wasser scheint ihrem Schicksal entkommen zu sein  Flucht vor der Übermalung? In dieser Pool-Szene waren viele Figuren zugegen. Die Personen an Land hat Klaus Geigle aus der Welt der Gegenständlichkeit durch Übermalung ins Abstrakte überführt. Nur die Frau zu Wasser scheint ihrem Schicksal entkommen zu sein. Foto: Gerhard H. Kock

Im Wesentlichen sind Arbeiten der vergangenen zwei Jahrzehnte zu sehen. Aber auch ein kleines Ölbild des 15-Jährigen hängt ein wenig verschämt an einer Fensterkante. Dabei deutet es mit seinem surrealen Zugriff auf die Wirklichkeit auf den Weg, auf dem Geigle wandelt: eine Zwischenwelt, die indes viel mehr Assoziationsfelder öffnet, als das Psychologische der Surrealisten.

Klaus Geigle in der Ausstellungshalle Hawerkamp

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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In einem Pool in einem abgegrenzten Garten dümpelt eine Frau mit ihrer Luftmatratze einem Grabstein entgegen. Ein Mensch findet sich in Geigles Bildern nie. Und auch hier ist die Figur lediglich Referenzobjekt für Grenzen von Malerei und Wirklichkeit. Offensichtlich befanden sich viele Personen auf dem Bild. Zu viele für Geigles Empfinden. Er übermalte mit dynamischer Geste sämtliche Figuren, die sich an Land, also auf scheinbar sicherem Grund befanden. Lediglich die Frau auf dem Wasser in ihrer unsicheren Lage bleibt gegenständlich bestimmt.

Hinten links lugt lüstern ein gestisches Grau über diesen alten Hortus conclusus. Das klassische Motiv der „Susanna im Bade“ aus dem Alten Testament mit den übergriffigen und verleumderischen Greisen könnte im Hintergrund stehen. Alles nicht intendiert, aber vielleicht aus dem Bildgedächtnis des Malers mit seiner Malerei verschmolzen.

Das vorne rechts bei der Übermalung die bemalten Fußnägel sichtbar blieben, zählt zu den ironischen Akzenten, die Klaus Geigle vermehrt auf reizvoll unterschiedliche Weise setzt.

Zum Beispiel durch den Titel: „Bei Hempels unterm Grabstein“ heißt ein Bild, auf dem eine Kaninchen-Familie unter einem Grabstein ihr Zuhause hat. Entdeckt hatte Geigle die Szene auf Münsters ehemaligem Überwasser-Friedhof. Auf einem Gemälde liegen Lamm-Knochen weiß wie die Unschuld herum. Die Grabplatte ist zur Seite geschoben. Ein Durcheinander. Ostern kommt dem Betrachter in den Sinn.

All die Kaninchen, Agaven, Knochen und Exponate aus dem Naturkundemuseum präsentieren sich wie Symbole, Assoziationskatalysatoren. Das Besondere: Die Symbolik wird in Geigles Malerei nicht kognitiv gesetzt, sondern entfaltet sich im Prozess der Bildentstehung aus der Auseinandersetzung von malerischem Tun und menschlichem Erleben.

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Die Vernissage ist am Samstag (17. August) um 19 Uhr in der Ausstellungshalle Hawerkamp, Am Hawerkamp 31. Eintritt frei. Zur Eröffnung spricht Ruppe Koselleck. Die Ausstellung ist bis 8. September zu sehen.

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