Compagnia Buffo und Convoy Exceptionell laden an die Aaseewiesen
Vom Wunder wahrer Wirklichkeit

Münster -

Zirkus – das war einmal Theater zwischen Trick und Akrobatik aus nächster Nähe, für Kinder eine Miniaturwelt zwischen Verheißung und Erlösung. Die kleine Zeltburg der Compagnia Buffo und des Convoy Exceptionell, um malerische Lastwagen-Oldtimer ergänzt, verwandelt die Aaseewiesen in jene legendenhafte Vergangenheit zurück.

Freitag, 30.08.2019, 17:44 Uhr
Compagnia Buffo und Convoy Exceptionell entführen ihr Publikum in das „Imaginarium des Doktor Spazulini“.
Compagnia Buffo und Convoy Exceptionell entführen ihr Publikum in das „Imaginarium des Doktor Spazulini“. Foto: Günter Moseler

Zirkus – das war einmal Theater zwischen Trick und Akrobatik aus nächster Nähe, für Kinder eine Miniaturwelt zwischen Verheißung und Erlösung. Die kleine Zeltburg der Compagnia Buffo und des Convoy Exceptionell, um malerische Lastwagen-Oldtimer ergänzt, verwandelt die Aaseewiesen in jene legendenhafte Vergangenheit zurück: Vor dem roten Hauptzelt ein altes Tandem, ringsherum Wohnwagen, die sich aus den Fünfziger Jahren hierher verirrt zu haben scheinen, Gartenstühle, ein stolzer Mercedes-Benz-LKW – fast ist es, als sei die Kulisse einer früheren Kindheit zurückgekehrt . . .

Eine Manege von ein paar Metern Durchmesser, da kommt schon Zirkusdirektor Willi Lieverscheidt hereingeschneit, eine Klapperkiste von Schaubude im Schlepptau, kurbelt die Bühne hoch, die sich wie ein reanimiertes Urvieh ächzend aufrichtet. Schnell noch eine Ping-Pong-Zwiesprache mit dem Töchterchen. Bald wird Olivia 16 Jahre alt und später einem trunksüchtigen Engländer verfallen, der sich dann aber zum feschen Akrobaten aufschwingt. Jeder Satz, Schritt und Griff bleibt eingeschlagen in „Das Imaginarium des Doktor Spazulini“ über einen magischen Spiegel und faustischen Pakt des Direktors mit der Teufelin Madame Poke, über Seelenfang, Wagemut und Untergang. Aus dem Off ein Kommentar zu globalen Krisen; doch gegen das Autoritäre einer maroden Gegenwart wendet man die Magie naiv-brillanter Zirkuszauberkunst.

Alles ist zum Greifen nah: der theatralisch sich aufbauschende Theatermantel des Direktors, Purzelbäume des (aller-)jüngsten Artisten, das Fistelstimmchen eines Taschenakkordeons, komödiantische Akrobaten-Choreographien, burleske Boxkämpfe, Donnerblech und Schattentheater. Im Hintergrund dreht eine knisternde Schellackplatte auf einem Steinzeit-Grammophon ihre Runden, als besinge sie mit heiserer Stimme alles Vergängliche.

Requisiten werden heran- und fortgeschleppt („Wir sind ein kleiner Zirkus, wir müssen alles selber machen“), nichts und niemand will zu hoch hinaus – die trostlose Sucht nach Sensationellem fehlt völlig. Ein Zirkus ohne Radau und Gefahren – dann ein Satz wie ein Harpunenstich, nur nebenher in die Runde geworfen: „Du bist am äußersten Rand der Gesellschaft angekommen.“ Das fahrende Volk der Zirkusleute, nicht weit weg von den „Zigeunern“ – vom Ansehen her . . . „Hutkasse nach Wertschätzung“ hatte man dem Publikum am Eingang ans Herz gelegt und gesungen: „Heute ist heute, und morgen ist morgen“. Wer das Wunder wahrer Wirklichkeit erleben will, muss dahin! Hinreißend!

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Weitere Aufführungen bis zum 15. September: mittwochs, donnerstags, freitags und samstags um 19.30 Uhr sowie sonntags um 18.30 Uhr. Familienvorstellungen sind samstags um 15.30 sowie sonntags um 11 Uhr. Standort des Zelttheaters sind Münsters Aaseewiesen, Annetteallee (Nähe Wewerka Pavillon). Das Lastercafé ist jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Wegen begrenzter Plätze wird um Reservierung gebeten unter: ' 01 57 / 71 10 46 99.   | www.compagnia-buffo.de

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