Konzertreihe „Die Aufstrebenden“ gestartet
Neues aus einer Männerstimme

Münster -

Der bürgerlichen Konzerttradition mit dem Staubwedel zu Leibe rücken, das haben schon viele unternommen. Der Sänger Bastian Röstel tut dies nun auf seine Weise: „Die Aufstrebenden“, annonciert als Konzertzyklus „der etwas anderen Art“, wird bis zum Monatsende ungewöhnliche Konzerte an ungewöhnlichen Orten präsentieren – vom Mühlenhof bis zum Friseursalon.

Freitag, 06.09.2019, 17:48 Uhr
Mit Applaus bedacht (v. l.): Simon Christopherson, Thomas Beer und Bastian Röstel
Mit Applaus bedacht (v. l.): Simon Christopherson, Thomas Beer und Bastian Röstel Foto: Arndt Zinkant

Am Donnerstag war erfolgreiche Premiere im Foyer der Musikhochschule. Denn dort, so Bastian Röstel , sei das Publikum nicht so weit von Stimme und Klavier entfernt. Mehr brauchten Röstel und sein Klavierbegleiter Simon Christopherson denn auch nicht, um das Publikum vom Kunstlied über Cabaret-Song und Rock bis zum kecken Handy-Spottlied von „ Deichkind “ zu führen.

Los ging es mit Franz Schubert . „Ade! Du muntre, du fröhliche Stadt, Ade!“ Ein Abschied gleich zu Beginn? Ja – denn das Lied „Abschied“ aus Schuberts „Schwanengesang“ fungierte als Hommage und Aufbruchssignal zugleich und war auch emphatisch gesungen. Doch der lyrische Bariton Röstel schlug flugs neue Wege ein, kam von Schubert stracks zu Pop-Gefilden, sang auf Deutsch oder Englisch, interpretierte Friedrich Hollaender ebenso neu wie Jennifer Rostock („I love you but I’ve chosen Dispo“). Letztere würde man sicher nicht im kultivierten Gewand einer ausgebildeten Männerstimme erwarten, aber das machte hier eben den Reiz des Besonderen aus.

Und Hollaenders bittersüßer Cabaret-Sound der frühen 1930er Jahre wurde von Röstel und Christopherson ebenfalls überzeugend rübergebracht, so stilprägend das Lied bei Marlene Dietrich auch geklungen haben mag. Das Crossover-Prinzip des Programms machte Spaß, zumal Röstel immer wieder Texte deklamierte, welche die Songs weiterdachten oder umspielten.

Die schönsten Momente aber waren für den Klassikfreund wohl doch die wunderbaren Shakespeare-Vertonungen eines Gerald Finzi, die trefflich zum Timbre Röstels passten. Der bat am Ende den Gitarristen Thomas Beer aufs Podium. Das machte Lust auf mehr: Beer wird am Samstag (7. September) um 17 Uhr in der Ludgerikirche die Reihe mit einem Gitarrenkonzert fortsetzen.

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