Ex Libris liest Conan Doyle
Tanzende Männchen in Soho

Münster -

Ein virtuoses Vergnügen für alle Sinne, spannend bis zur letzten Minute: Conan Doyles Erfolgsdetektiv, der seit Jahrzehnten Fans zur Baker Street in London pilgern lässt, auf der Suche nach der fiktiven Wohnstätte des Meisters der Deduktion, stand am Samstagabend leibhaftig im voll besetzten Geschäft von Chance e.V. auf der Bühne. Christoph Tiemann und das Theater Ex Libris lasen Sherlock Holmes. Der treue Freund und Chronist Dr. Watson (Alexander Rolfes) und Sherlocks älterer Bruder Mycroft (Urs von Wulfen) waren wie immer mit dabei.

Sonntag, 08.09.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 10.09.2019, 19:19 Uhr
Christoph Tiemann (2. v. r.) lieh Meisterdetektiv Sherlock Holmes seine Stimme. Seine Lesungsmitstreiter von links: Johannes Casser, Urs von Wulfen, Alexander Rolfes und Sarah Giese.
Christoph Tiemann (2. v. r.) lieh Meisterdetektiv Sherlock Holmes seine Stimme. Seine Lesungsmitstreiter von links: Johannes Casser, Urs von Wulfen, Alexander Rolfes und Sarah Giese. Foto: heh

Christoph Tiemann , der die Lesung aus zwei Geschichten Conan Doyles zusammengestellt, mit Dias bebildert und inszeniert hatte, gab den Meisterdetektiv Sherlock ein wenig nasal und herrlich blasiert, ganz im Sinne der literarischen Vorlage. Alexander Rolfes treuer Dr. Watson kam sympathisch und ein bisschen naiv rüber.

Auf kuscheligen Sofas und bunt zusammengestellten Stühlen saßen die Zuschauer entspannt, umrahmt von alten Möbeln. Die Premiere des zweiten Sherlock-Holmes-Abends des Theaters Ex Libris endete mit viel Beifall für die Akteure auf der Bühne, die von den Schauspielern Johannes Casser und Sarah Giese sowie Musiker Philip Ritter am Klavier vervollständigt wurden. Wie die Pianisten der Stummfilmzeit unterlegte Ritter die bebilderte Lesung gekonnt mit einem wohldurchdachten akustischem Rahmen.

Tiemann stellte den Zuschauern ein „analoges Vergnügen im digitalen Zeitalter“ in Aussicht. Mithilfe der wechselnden Dias, die die Lesung begleiteten, bekam das Auge verwunschene viktorianische Herrenhäuser, finstere Gassen im verruchten Londoner Stadtteil Soho und die tanzenden Männchen, nach der eine der beiden hier verlesenen Detektivgeschichten benannt war, eingespielt. Außer Tiemann sprachen alle Akteure mehrere Rollen. Diese Wechsel liefen reibungslos, und das überzeugende Zusammenspiel des Ensembles verblüffte ebenso wie die große Spielfreude. Durch die Lebendigkeit der Figuren, die Musik und die Projektionen präsentierte Ex Libris ein Kunstwerk, das den Rahmen einer Lesung sprengte.

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