Premiere „Nass“ im U2
Das Wasser spielt die Hauptrolle

Münster -

Drei große Tonnen stehen auf der Bühne. Aus einer holt Hyunjung Kim ihre Musikinstrumente. In der zweiten befindet sich Wasser in diversen Flaschen. Die dritte Tonne hat oben einen Deckel und ist zum Draufsteigen, um das Spiel zwischendurch auf eine andere Ebene zu bringen. Insbesondere Cornelia Kupferschmid macht von dieser Möglichkeit gerne Gebrauch. Dann gibt es am Bühnenrand noch zwei mit Luftballons bestückte Reifröcke. Aber die werden erst später vorgeführt.

Montag, 30.09.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 18:12 Uhr
Hyunjung Kim (l.) und Cornelia Kupferschmid haben offensichtlich Spaß beim Spiel mit dem Element Wasser.
Hyunjung Kim (l.) und Cornelia Kupferschmid haben offensichtlich Spaß beim Spiel mit dem Element Wasser. Foto: Oliver Berg

„Nass“ heißt die neue Produktion des Jungen Theaters, die am Sonntagnachmittag im U2 Premiere hatte. Die Hauptrolle spielt das Wasser. Erst sind es nur kleine Lachen auf dem Boden, mit denen Kim und Kupferschmid ihren Spaß haben, wenn sie sie mit einem Gummischlauch aufsaugen und das Wasser dann wieder in die Flasche zurückpusten. „Was macht die da?“, fragt eine Zuschauerin – so laut, dass man es im ganzen Raum hören kann. Aber das ist in Ordnung. Denn das als Performance mit Musik angelegte Stück ist für Zuschauer ab zwei Jahren. Die dürfen das.

Nach der Entwicklung des Wassersaugers wird die Wasserlache weiter erforscht. Schnell haben Kim und Kupferschmid entdeckt, dass man darin auch schwimmen kann. Okay, ein bisschen komisch sieht es schon aus, wenn zwei ausgewachsene Frauen durch eine wenige Millimeter tiefe Pfütze kraulen. Aber die Vorstellungskraft spielt im Theater bekanntlich mit. Und wenn Kinder anwesend sind sowieso.

Es steckt viel Fantasie in dem von Manuel Moser inszenierten Stück. Und auch einiges an Musik. Zum Teil wird sie von Kim ganz konventionell mit der Klarinette erzeugt, zum Teil ganz unkonventionell, indem Kupferschmid mit dem Instrument um die Wette gurgelt. Als die beiden durchsichtige Regenschirme vor der ersten Reihe aufspannen, ahnt man schon, dass es gleich noch ein bisschen nasser zugehen wird als bisher. Tatsächlich liefern sie sich dann eine Wasserschlacht, bei der Sprühflaschen die bevorzugte Waffengattung sind. Zum Schluss der ebenso verspielt wie experimentierfreudig angelegten Inszenierung gibt es sogar noch eine kleine Sinfonie aus Tönen, die alle an Wasser erinnern, das plätschert, rauscht, spritzt oder sprudelt.

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