Nowak-Schüler Niklas Piel beginnt in St. Mauritz als Kirchenmusiker
Klangregisseur traf stets den „guten Ton“

Münster -

Keine sechs Tage ist er im Amt – und schon gibt er sein erstes Orgelkonzert: Niklas Piel.

Montag, 07.10.2019, 18:56 Uhr
Niklas Piel
Niklas Piel Foto: cws

Keine sechs Tage ist er im Amt – und schon gibt er sein erstes Orgelkonzert: Niklas Piel . Am Sonntag war sein „Heimspiel“ in der St.-Mauritz-Kirche mit ihrer Fleiter-Orgel von 1882, einem seiner zukünftigen Arbeitsplätze in der Gemeinde. Ein erfreulich großer Kreis von Zuhörern erlebte hier einen virtuosen Organisten, der mit großer Sensibilität für die Möglichkeiten des nicht besonders großen, aber durchaus kräftigen Orgelschatzes ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt hatte.

Niklas Piel (1996 in Bochum geboren) war Schüler von Lambertikantor Tomasz A. Nowak an der Hochschule in Detmold und wird es auch in den kommenden zwei Jahren bis zum Master-Abschluss bleiben. Zu bieten hat Piel aber schonjetzt jede Menge: einen vitalen Zugriff auf Vincent Lübecks „Praeludium ex E“ zum Beispiel. Oder straffe Tempi wie in Bachs „Passacaglia und Fuge“, die Piel mit differenzierten Farben funkeln ließ. Der „Sesquialtera“, Bachs Lieblingsregister, war die Choralbearbeitung „Wir glauben all an einen Gott“ vorbehalten, in der das Pedal durchweg zweistimmig zu traktieren war.

Barockes funktioniert auf der Mauritz-Orgel sehr gut – obgleich das Instrument doch eher deutsch-romantisch ausgerichtet ist. Wie geschaffen für Musik eines Gerard Bunk, auch für die Piècen des Pariser Meisters Alexandre Guilmant. Streicher, Flöten, die einzigartige „Clarinette“ der Mauritz-Orgel: sie alle durften ihren melodischen Schmelz verströmen, friedlich, freundlich, mal ruhig, mal rasch. Klangregisseur Niklas Piel traf stets den „guten Ton“.

Nur eingefleischten Orgelkennern dürfte der Name Friedrich Wilhelm Markull etwas sagen. Der war Organist an der Danziger Marienkirche und ließ in seiner Sonate Opus 56 seine Gedanken um den Choral „Nun danket alle Gott“ kreisen. Im ersten Satz sehr insistierend, im zweiten weit weniger, im finalen „Vivace“ in Form einer rauschenden Toccata. Futter für einen brillanten Interpreten wie Niklas Piel. Und Anlass für das Publikum, den neuen Kirchenmusiker mit einem besonders herzlichen Applaus willkommen zu heißen.

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