Kantatenchor in der Petrikirche
Sänger lassenvokale Perlen schillern

Münster -

Wo Spezialistentum auf Leidenschaft trifft, sind immer wieder herausragende Konzerte zu erleben. So auch am Sonntag in der Petrikirche,

Montag, 07.10.2019, 18:56 Uhr
Martin Gerenkamp
Martin Gerenkamp Foto: Arndt Zinkant

Wo Spezialistentum auf Leidenschaft trifft, sind immer wieder herausragende Konzerte zu erleben. So auch am Sonntag in der Petrikirche, wo der Kantatenchor Münster unter Martin Gerenkamp eine ergreifende Würdigung Claudio Monteverdis hören ließ. Bei dieser Vespermusik stimmte alles: Die Akustik des kleinen Kirchenschiffs, die exzellente Einstudierung und Darbietung der Musik sowie die fulminante Instrumentalbegleitung durch das Ensemble „ Les Cornets Noirs“ aus Basel – Meister der Originalklangpraxis, die Monteverdis vokale Perlen prachtvoll umrahmten und in allen Farben der italienischen Renaissance schillern ließen.

Nicht die bekannte Marienvesper war hier zu hören; Martin Gerenkamp und sein Chor hatten stattdessen eine persönliche Auswahl aus des Meisters Kompendium „Selva morale e spirituale“ getroffen – einer Art „Best of“, das Monteverdi mit fast 74 Jahren als Vermächtnis zusammengestellt hatte. Und da konnten sie aus dem Vollen schöpfen: All die zahlreichen Stile, welche der geniale Neuerer Monteverdi geschaffen hatte, sind vertreten. Die Interpreten wollten indes die tradierten Bestandteile einer Vesper zur Monteverdi-Zeit aufnehmen – wie Psalmvertonungen und Hymnen oder ein Magnificat, Instrumentalmusik und auch zwei weltliche Madrigale.

So glitten Herz und Ohr durch ein Wechselbad der Klänge und religiösen Stimmungen. Und zwischen dem knarzigen Seufzen der Barock-Violinen und Posaunen erstrahlten die Töne der Zinken („Cornets Noir“) mit ihrem archaischen Zauber – jener eigentümlichen „hölzernen Trompeten“, welche einst auch die spätmittelalterlichen Stadtpfeifer spielten.

14 Stücke füllten knapp 100 Minuten. Jubilierend gab sich das Magnificat wie auch das siebenstimmige Gloria. Meisterlich ebenfalls die Vokalsolisten, allen voran die renommierte Sopranistin Monika Mauch, die immer wieder im innigen Duett mit der jungen Kanadierin Tobie Miller ihre lerchenhaften Koloraturen leuchten ließ. Das letzte Wort aber hatte nicht das triumphale Ende des Magnificats, sondern das weltliche Madrigal „Chi vol che m’innamori“ über die Vergänglichkeit. Was den Vokalisten Daniel Folqué (Altus), Hans-Jörg Mammel, Georg Poplutz (Tenöre) und Markus Flaig (Bass) am Ende schönste Gelegenheit zur Entfaltung gab.

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