Mehr als 60 Künstler bei den „Offenen Ateliers“ am Hawerkamp
Staunen und Spaß haben

Münster -

Ob faszinierendes Museum analoger Aufnahmetechnik, Verspottung zweier Populisten-Gockel oder Spielfreude – die „Offenen Ateliers“ am Hawerkamp an diesem Wochenende (25. bis 27. Oktober) bieten wieder reichlich Stoff, um mit viel Zeit Horizonte zu erweitern und ins Gespräch mit spannenden Künstlern zu kommen.

Freitag, 25.10.2019, 15:24 Uhr
Die Künstler vom Hawerkamp laden sich zu den Offenen Ateliers immer einige Gäste ein – hier Klaus Geigle (Gemälde) und Christoph Otto Hetzel (Skulpturen aus Holz).
Die Künstler vom Hawerkamp laden sich zu den Offenen Ateliers immer einige Gäste ein – hier Klaus Geigle (Gemälde) und Christoph Otto Hetzel (Skulpturen aus Holz). Foto: Gerhard H. Kock

Mit Wolfgang Schälte hat ein ehemaliger WDR-Mann im Keller von Haus G einen Traum für Technikfans eingerichtet. Analoge Aufnahmetechnik ist seine Passion – Geräte zum Staunen nicht nur, weil ein Original-Mischpult von Udo Lindenberg oder eine Spurbandmaschine der Bee Gees zu bewundern ist. Gleich darüber zeigt Harald Lieske Spiele, die mit einer Auflage von 1000 Stück den Massenmarkt gar nicht erst erreichen. Lieske kreiert zehn Spiele im Jahr, fünf davon zeigt er, zum Beispiel zwei vom Billerbecker Verlag „Spielworxx“: „Auf der Walz“ über jene geheimnisvolle Handwerkstradition oder „Die Macher“, bei dem die Spieler zu CDU- oder SPD-Politikern werden und Wähler überzeugen müssen.

Politisches findet sich immer wieder in den Atelier. Anne Fellenberg hat eine Figur aus einem klobigen Metall-Filterblock mit Haaren aus Hanfdichtung gemacht, aus dessen armigen Rohröffnungen Kommunikationskabel tentakeln – Donald Trump und Boris Johnson lassen grüßen. Heinz Zwernemann stellt Greta Thunberg blind stochernd auf einen Kahn und verpasst der neuen Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, einen hohen Hut in Schuldenrot.

Es gibt aber zudem viele ästhetische Spiele mit der Wahrnehmung: Eva Maria Koch etwa fotografiert Folien, in denen sich Landschaften verwirbeln und verbiegen, dehnen und stauchen. Dabei sind die Übergänge von Folie und Realität kaum unterscheidbar.

Bei über 60 Künstlern gibt es keinen roten Faden. Aber: Einige Künstler gehen vermehrt raus, malen und zeichnen am Ort wie Martina Meyer-Heil, Annette Wiesmann oder Elke Seppmann, die mit Gemälden von Schaufenstern gleichsam lokalen Kaufleuten (zum Beispiel der ehemaligen Erotik-Boutique „For Ladies and Gents“) ein Denkmal setzt, die eine Einkaufsstadt vielfältig halten, aber gegen das Internet keine Chance haben.

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Die Eröffnung ist am Freitag (25. Oktober) um 19 Uhr in der Titanickhalle, Am Hawerkamp 31. Der Rundgang durch die Ateliers ist möglich am Freitag von 19.30 bis 22 Uhr, Samstag von 15 bis 20 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

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