Werkschau für Paul Anczykowski zum 80. Geburtstag
Von Claude Chabrol bewundert

Münster -

Der Filmclub Münster widmet dem münsterschen Filmemacher und Galeristen Paul Anczykowski zum 80. Geburtstag eine Werkschau. Bis in die 80er Jahre hat Anczykowski, teilweise in Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt Münster, zwölf preisgekrönte Kurzfilme geschaffen.

Mittwoch, 30.10.2019, 18:32 Uhr
Der prämierte münsterische Galerist und Filmemacher Paul Anczykowski hat in seinen Filmen Malerei, Literatur und Musik zu einer neuen Kunstform erhoben – hier „Das verräterische Herz“.
Der prämierte münsterische Galerist und Filmemacher Paul Anczykowski hat in seinen Filmen Malerei, Literatur und Musik zu einer neuen Kunstform erhoben – hier „Das verräterische Herz“. Foto: Paul Anczykowski

Der Filmclub Münster widmet dem münsterschen Filmemacher und Galeristen Paul Anczykowski zum 80. Geburtstag eine Werkschau. Bis in die 80er Jahre hat Anczykowski, teilweise in Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt Münster , zwölf preisgekrönte Kurzfilme geschaffen. Sein einziger Langfilm „Apokal“ war der offizielle deutsche Beitrag im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes 1971 – von René Clair persönlich ausgewählt und von Claude Chabrol bewundert.

„Das verräterische Herz“ von 1968 feierte in Cannes 1969 im Hauptprogramm Premiere und bekam den „Deutschen Filmpreis für Kurzfilme“. Viele der Filme von Paul Anczykowski bekamen seinerzeit das Prädikat „Besonders wertvoll“, ein Großteil wurde weltweit in den Goethe-Instituten gezeigt.

In zwei unterschiedlichen Programmen sind ausgewählte Kurzfilme in frisch digitalisierten Kopien auf der Leinwand zu sehen – mit einer Einführung von Prof. Gunther Keusen am Sonntag und Filmgesprächen mit Anczykowski nach beiden Vorstellungen.

In seinen Filmen verbindet Paul Anczykowski Malerei, Literatur und Musik zu einer neuen Kunstform. In dieser Auseinandersetzung schafft er eigenständige Kunst­wer­ke, die in ästhetischer und inhaltlicher Sicht auf höchstem Niveau stehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Filmwerkstatt.

So entwickelte der Münsteraner für seine Kunstfilme eigens eine Spiegeltechnik, mit der es ihm gelang, Räume aufzulösen und surreale Welten zu schaffen. „Jede einzelne Ein­stel­lung erweist, dass ein Künstler am Werk war – die meisten Szenen könnten auch gemalt sein.“ (Peter W. Engelmeier, Filmpublizist, 1972).

Inhaltlich nimmt Anczykowski literarische Vorlagen oder Bilderwelten zeitgenössischer Maler auf und verbindet sie: In „Das verräterische Herz“ sind das Edgar Allan Poe und der Maler Wynand Janssens, in „Der 2. Zustand“ eine traditionelle japanische Geschichte und der Maler Günther M. Kiffe.

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Das erste Programm der Werkschau ist am Sonntag (3. November) um 15 Uhr (Einführung: Prof. Gunther Keusen), das zweite am Mittwoch (6. November) um 19 Uhr im Schlosstheater, Melchersstraße 81, zu sehen. Es erscheint ein Katalog zu den Filmen. Karten gibt es unter ' 98 71 23 33.

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