Ausstellung „Impressionen IV“ im Foyer der Bezirksregierung
Ein Koffer voller Materialien

Münster -

Nanu? Bleistiftzeichnungen einer wunderschön verzierten Balalaika, und Gebäude mit vergoldeten Zwiebeltürmen, wie sie für Russland typisch sind. Und dies gezeichnet von Schülern aus Münster und Oelde?

Dienstag, 05.11.2019, 17:37 Uhr
Ausstellung "Impressionen IV" in der Bezirksregierung: Im Bild Lehrerin Olga-Maria Klassen mit einen Schülerbild mit Münstermotiv.
Ausstellung "Impressionen IV" in der Bezirksregierung: Im Bild Lehrerin Olga-Maria Klassen mit einen Schülerbild mit Münstermotiv. Foto: pn

Olga-Maria Klassen hat eine einleuchtende Antwort dafür: „Meine Schüler kopieren im Unterricht die Bilder, die ich von meinen Besuchen in Russland mit nach Deutschland bringe.“ Dass die Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis 15 Jahren dies mit großem Können tun, zeigt die Ausstellung „Impressionen IV“, die Dienstagabend im Foyer der Bezirksregierung am Domplatz vor großem Publikum eröffnet wurde.

Zum vierten Mal – und zum zweiten Mal in der Bezirksregierung – präsentieren Olga-Maria Klassen und ihre Klasse die Ausstellung „Impressionen“. 37 Schüler stellen ihre Werke in fünf verschiedenen Techniken aus: in Aquarell, Gouache, Bleistiftzeichnung, Pastell und Monotypien. Landschaften, Stillleben, Skizzen von Tieren, aber auch abstrakte Monotypien, die den Profi vermuten lassen, stellen die Schüler aus, die die Kurse von Olga-Maria Klassen in der münsterischen Volkshochschule besuchen. Und auch Schüler, die in zum Privatunterricht in die Druckwerkstatt von Klassen in Ostbevern kommen, sind darunter. Weshalb von diesem idyllischen Fleckchen gleich mehrere Bilder in der Ausstellung zu entdecken sind.

Sehnsüchtig haben die Schüler laut Klassen auf den Eröffnungstag gewartet. „In dem Alter, in dem für viele Smartphones und Tablets immer wichtiger werden, sind solche Veranstaltungen ein wertvolles Gut“, sagt Klassen und verbindet damit das Dankeschön, „dass wir hier ausstellen dürfen“.

80 bis 100 Schülerarbeiten sind in die Bezirksregierung bis zum 15. November zu sehen. „Ein ganzes Jahr lang“, so Klassen, „bereiten sie sich auf diese Ausstellung vor. „Sie kamen sogar zum Extraunterricht in den Ferien, sammelten draußen Ideen für druckgrafische Arbeiten mit Naturmaterial, malten in der Natur und im Zoo“, schildert Klassen und spricht von einem „interkulturellen Projekt“: Einige Teilnehmer stammen aus Syrien, Tunesien und Russland.

Der Unterricht, das ist Klassen wichtig, findet nach klassischer russischer Methode statt. Was bedeutet: „Nur wer die Grundlagen beherrscht, kann experimentieren.“ Klassen selbst stammt aus dem Nord-Ural, wo ihre deutschstämmige Familie lebt und sie ausgebildet wurde. Über ein Stipendium kam sie nach Deutschland, wo sie auch Klavier und Gesang studierte. Aktuell ist sie Meisterschülerin von Prof. Sergej Kostylev, einem hochrangigen Künstler der Russischen Föderation.

Wenn Klassen in ihrer Heimat weilt, ist ihr Koffer auf dem Rückweg prall mit Farben, Pinseln und Papier. „Nur mit den besten Materialien kann man gute Ergebnisse erzielen“, sagt sie. Und schwärmt über jene einzigartige rosa Ölfarbe, mit der sie Kirsch- und Hortensienblüten gemalt hat. Denn die Ausstellung wird um einige Gemälde von Klassen erweitert – „damit die Besucher aus sehen können, wie die Lehrerin malt“.

Bis 15. November (Finissage um 18 Uhr) in der Bezirksregierung am Domplatz, geöffnet werktags von 8 bis 16 Uhr.

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