Der erste Männerabend der Adam-Riese-Show
DDR schnitt die Sehnsucht heraus

Münster -

Am witzigsten sind Spiele dann, wenn keiner die Regeln kapiert – auch bei der jüngsten Riese-Show, als der Gastronom Pitti Duyster, der Comedian Helmut Sanftenschneider und der Sänger Purple Schulz wie drei verspielte Talk-Musketiere auf dem Sofa saßen und nur noch Bahnhof verstanden.

Montag, 11.11.2019, 19:25 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 19:30 Uhr
Adam Riese hatte in seiner jüngsten Show (v.l.) Pitti Duyster, Helmut Sanftenschneider und Purple Schulz als Gäste.
Adam Riese hatte in seiner jüngsten Show (v.l.) Pitti Duyster, Helmut Sanftenschneider und Purple Schulz als Gäste. Foto: Tom Heyken

Am witzigsten sind Spiele dann, wenn keiner die Regeln kapiert – auch bei der jüngsten Riese-Show, als der Gastronom Pitti Duyster , der Comedian Helmut Sanftenschneider und der Sänger Purple Schulz wie drei verspielte Talk-Musketiere auf dem Sofa saßen und nur noch Bahnhof verstanden. Denn der Moderator hatte das Gesellschaftsspiel „Ich habe noch nie“ aufs Programm gesetzt – allerdings in der umgekehrten Variante: „Ich habe schon mal“.

Adam Riese legte vor mit: „Ich bin schon mal sitzengeblieben!“ – worauf jene, die glatt durch die Schule kamen, einen Punkt verloren. Eigentlich ganz einfach, oder?

Nein! Wer hier wofür Punktabzug bekam, stiftete zunächst völlige Verwirrung, und Purple Schulz wollte wissen, ob er für zweimaliges Sitzenbleiben dann auch zwei Punkte bekäme. Immerhin trat Verblüffendes zutage: „Ich habe schon neben Heino gepinkelt“ (Purple Schulz) und „Ich fuhr in einem Linienbus mit Phil Collins am Steuer“ (Helmut Sanftenschneider).

Alles in allem herrschte tofte Stimmung in der Show, die übrigens als erste in 13 Jahren rein männlich besetzt war – sofern man Show-Assistentin Miss Miri nicht mitzählt, welche ihr Talent als Impro-Komikerin mal wieder zeigen durfte. Und wenn man genau hinhörte, wirkten dieses Mal Rieses Stand-Up-Monologe eine Spur frivoler als sonst. Ein Männerabend halt.

Einen schönen aktuellen Bezug hatte der Abend in der Cloud ebenfalls: Denn zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls hatte Purple Schulz eine anrührende Geschichte parat – war er doch einige Monate vor dem ergreifenden Ereignis im Osten aufgetreten und hatte seinen Hit „Sehnsucht“ gesungen. Das musste wie ein Schrei nach Freiheit und wie eine Vorahnung gewirkt haben. Kein Wunder, dass die Apparatschiks des DDR-Fernsehens das Lied damals aus ihrer Aufzeichnung herausschnitten.

Die Erzählungen des sympathischen Musikers hätten für die ganze Show gereicht. Seien es seine Erinnerungen als „Kölsche Jung“, der allerlei Zeugs rauchte, oder die frühe Liebe zu Johann Sebastian Bach, dessen bekanntes C-Dur-Preludium er auch in der Cloud spielte („mit Akkorden in den Himmel“).

Ein absolutes Heimspiel indes genoss Pitti Duyster, der als Gastronom so viele Lokale Münsters betrieben hat oder betreibt, dass man sie auswendig kaum aufzählen kann. Also konzentrierte sich Riese auf die Luna-Bar, mit welcher Duyster seine Karriere 1998 startete. Zur Belustigung des Publikums erzählte Duyster von jenen Stammgästen des vorigen Strip-Lokals an gleicher Stelle, die die Animierdamen vermissten, das günstigere Bier aber zu schätzen wussten.

Der Comedian Helmut Sanftenschneider heizte der Cloud mit Song-Parodien ein, die der gestählte Kreuzfahrtschiff-Unterhalter aus eigener Erfahrung kennt. Wohin eilen rüstige Rentner auf See? „Atemlos zum Büffet“!

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