Kammerkonzert in der Musikschule
Familientreffen über Zeiten und Genres hinweg

Münster -

Familientreffen an der Himmelreichallee zum 100. Geburtstag der Musikschule: Nicht nur, dass Kammermusik von Fritz Volbach (Gründer von Sinfonieorchester und Musikschulen) lebendig wurde. Nein, auch drei seiner Großnichten waren gekommen.

Freitag, 15.11.2019, 17:28 Uhr
Gratulanten (v.l.): Ulrich Hoth, drei Großnichten Fritz Volbachs, Clemens Rave, Klaus Storm, Samuel Minnich und Klaus Flaswinkel.
Gratulanten (v.l.): Ulrich Hoth, drei Großnichten Fritz Volbachs, Clemens Rave, Klaus Storm, Samuel Minnich und Klaus Flaswinkel. Foto: CWS

Familientreffen an der Himmelreichallee zum 100. Geburtstag der Musikschule: Nicht nur, dass Kammermusik von Fritz Volbach (Gründer von Sinfonieorchester und Musikschulen) lebendig wurde. Nein, auch drei seiner Großnichten waren gekommen, um Musik ihres Vorfahren zu hören; Musik, die im Laufe der Geschichte durch das gesicherte Netz des spätromantischen Kernrepertoires gefallen ist. Sehr schade, denn beide aufgeführten Quintette lohnen, dass man sich mit ihnen beschäftigt.

Im Bläserquintett zeigt Volbach einen raffinierten Umgang mit den Instrumenten und harmonischen Feinsinn, etwa im verträumten Adagio oder im mediterran angehauchten Finale. Klanglich stehen Schumann und Mendelssohn Pate, während Volbach sich im Quintett von 1911 eher an Brahms orientiert und sogar punktuell Wagner durchschimmern lässt. Am Thema der abschließenden Fuge hätte auch Max Reger seinen Spaß gehabt. Überzeugend ist das subtile Gespür für Spannung und Entspannung, mit dem Volbach Zuhörern Takt für Takt Aufmerksamkeit abverlangt. Fazit: Diese Kammermusik gehört zu den besten Werken Volbachs, die im Jubiläumsjahr zu hören waren.

Familientreffen an der Himmelreich auch für all jene Menschen, die neugierig sind auf zeitgenössische Musik: Um die nämlich kümmert sich die „Gesellschaft für Neue Musik Münster“ seit 20 Jahren und war Kooperationspartner dieses Konzertabends.

Mit „strömend fließen“ von Stephan Froleyks und „Zick Zack“ aus der Feder von Ulrich Schultheiß gab es Klänge des 21. Jahrhunderts, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Hier eine eher reduzierte, stille Musik für Blockflöte (Antonia Lückemeier), Katharina Koenig (Akkordeon) und Fabian Kraus (Mallets), dort ein vital sprudelndes, rhythmisch prägnantes Geschehen mit minimalistischem Einschlag für dieselbe Instrumenten-Kombination. Was alles an Stilistik dazwischen liegt, wird die kommende „KlangZeit“ der Gesellschaft für Neue Musik im nächsten Jahr zeigen. Vielleicht auch so unorthodoxe Miniaturen, wie Jan Klare sie mit seinen „Jake Playmos Favorite Settings“ aufs Notenpapier gebracht hat. Sechs kurze Stücke, mal knackig, mal liedhaft, mal besinnlich, mal explosiv – auf jeden Fall originell. Am Ende großer Beifall für alle Instrumentalisten und für Friedrun Vollmer, die locker den Abend moderierte.

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