Orgelkonzert in der Weihnachtszeit mit Thomas Schmitz im Dom
Näselnde Schalmeien und singende Flöten

Münster -

Flöten, Schalmeien, Krummhörner und Trompeten – alles an Instrumenten, mit denen Hirten auf dem Feld Musik machen, hat derzeit Hochkonjunktur. Schließlich ist Weihnachtszeit, die Zeit der friedlichen und freundlichen Ständchen für den neu geborenen Messias. Thomas Schmitz hat das Glück, in „seiner“ Domorgel über sämtliche dieser Instrumente gleichzeitig verfügen zu können. Die Auswahl an Farben dürfte ihm daher beim traditionellen und gut besuchten Orgelkonzert zur Weihnachtszeit am Samstag im Dom nicht schwer gefallen sein.

Montag, 06.01.2020, 10:46 Uhr
Domorganist Thomas Schmitz
Domorganist Thomas Schmitz Foto: cws

Flöten, Schalmeien, Krummhörner und Trompeten – alles an Instrumenten, mit denen Hirten auf dem Feld Musik machen, hat derzeit Hochkonjunktur. Schließlich ist Weihnachtszeit, die Zeit der friedlichen und freundlichen Ständchen für den neu geborenen Messias. Thomas Schmitz hat das Glück, in „seiner“ Domorgel über sämtliche dieser Instrumente gleichzeitig verfügen zu können. Die Auswahl an Farben dürfte ihm daher beim traditionellen und gut besuchten Orgelkonzert zur Weihnachtszeit am Samstag im Dom nicht schwer gefallen sein.

Nach einem „klassischen“ Start mit dem für Orgel eingerichteten Bach-Präludium nebst Fuge in D-Dur (BWV 874) ließ dessen „Sinfonia“ aus dem Weihnachtsoratorium aufhorchen, denn in der Version des Spätromantikers Sigfrid Karg-Elert legt das beschauliche Stück sein barockes Kostüm ab und wird romantisch-sinfonisch. Ganz ähnlich wie die beiden „Weihnachtsbilder“, die der 1862 in Ostpreußen geborene und 1932 in Breslau gestorbene Max Gulbins entworfen hat. Gulbins zählt eher zu den vergessenen Meistern. Umso schöner, dass Thomas Schmitz an ihn erinnerte.

Ein Blick zurück in die Zeit des Barock fiel noch einmal mit Georg Böhms hübschen Variationen über „Gelobt seist du, Herr Jesu Christ“, in dem unter anderem das fröhlich gurgelnde Krummhorn seinen prachtvollen Solo-Auftritt bekam. Dann wurde es andächtig: mit dem Besuch der Weisen aus dem Morgenland, wie Jean Langlais ihn sich in seiner „Adoration“ vorgestellt hat. Womöglich inspiriert von der bodenständigen Musik seiner bretonischen Heimat, lässt der Komponist in seiner für ihn ganz typischen Harmonik die Schalmeien näseln und die Flöten singen. Alexandre Guilmant indes entschied sich für die Oboe, die dem Jesuskind nach einem stillen Gebet („Prière“) ein Wiegenlied spendiert.

Das klingt nach viel „Pastorale“ in diesem Orgelprogramm. War es auch! Aber so abwechslungs- und facettenreich, dass das Zuhören großen Spaß machte. Auch in Louis Viernes dezidiert als „Pastorale“ bezeichnetem Satz aus der 1. Sinfonie von 1899 mit ihrem wiegenden Rhythmus, den fließenden Flöten-Kantilenen – und abermals der Orgel-Oboe. Viernes Sinfonie schließt dann mit einem fulminanten Finale. Alles, was die Orgel im Dom an Trompeten und Posaunen zu bieten hatte, blies zum finalen „Gloria in excelsis“. Und so ganz nebenbei lieferte Schmitz den ersten Gruß zu Louis Viernes 150. Geburtstag, der in diesem Jahr gefeiert wird.

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