Archivale des Monats widmet sich 2020 den „Gläubigen“
Religiöses und weltanschauliches Denken, Handeln und Leiden

Münster -

1235 Jahre nach der Taufe des Sachsen-Herzogs Widukind, 1215 Jahre nach der Weihe des ersten Bischofs von Münster, Liudger, und 485 Jahre nach Ende des Täuferreiches von Münster gibt die Abteilung Westfalen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen am Bohlweg in der Reihe „Archivale des Monats“ im Jahr 2020 Einblicke in die zahllosen Spuren, die religiöses und weltanschauliches Denken, Handeln und Leiden in Schrift und Bild hinterlassen haben. Das Motto lautet: „Von Recht-, Anders- und Ungläubigen“.

Montag, 06.01.2020, 10:46 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 13:31 Uhr
Diese künstlerisch verfremdete Taufszene Widukinds auf dem Plakat des Widukind-Museums in Enger basiert auf einer Skizze von Alfred Rethel (1816-1859).
Diese künstlerisch verfremdete Taufszene Widukinds auf dem Plakat des Widukind-Museums in Enger basiert auf einer Skizze von Alfred Rethel (1816-1859). Foto: Landesarchiv

1235 Jahre nach der Taufe des Sachsen-Herzogs Widukind , 1215 Jahre nach der Weihe des ersten Bischofs von Münster, Liudger, und 485 Jahre nach Ende des Täuferreiches von Münster gibt die Abteilung Westfalen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen am Bohlweg in der Reihe „Archivale des Monats“ im Jahr 2020 Einblicke in die zahllosen Spuren, die religiöses und weltanschauliches Denken, Handeln und Leiden in Schrift und Bild hinterlassen haben. Das Motto lautet: „Von Recht-, Anders- und Ungläubigen“.

Die ausgewählten Dokumente werfen einerseits Schlaglichter darauf, was Menschen (vornehmlich) in Westfalen geglaubt und deshalb getan oder auch erduldet haben. Sie erinnern andererseits zudem daran, dass es stets eine Frage der Perspektive bleibt, wer für wen als Rechtgläubiger, Häretiker oder auch als Ungläubiger gilt.

Im Januar geht es um die „Taufe als Bekehrung und/oder Unterwerfung“: Vor 1235 Jahren (vermutlich zum Weihnachtsfest 785) ließ sich der Sachsen-Herzog Widukind in Anwesenheit des fränkischen Königs Karl taufen, nachdem er zuvor 13 Jahre lang den sächsischen Widerstand gegen die Eingliederung Nordwestdeutschlands in das fränkische Reich angeführt hatte. Sichere Quellen zu seinem weiteren Lebenslauf sind nicht überliefert, Identifizierungsversuche mit einem Mönch Widukind auf der Reichenau im Bodensee umstritten.

Um so reichhaltiger gediehen in den folgenden Jahrhunderten die Mythen um Widukinds Person und Wirken – bis hin zu zahllosen Versuchen, ihn genealogisch für eigene oder fremde Ahnengalerien zu beanspruchen. Das Widukind Museum in Enger beleuchtet dieses Nachleben seit 2006 in seiner Dauerausstellung sowie in wechselnden Sonderausstellungen. Die hier künstlerisch verfremdete Taufszene basiert auf einer Skizze von Alfred Rethel (1816-1859) für die gekürzte Volksausgabe der Allgemeinen Weltgeschichte von Karl von Rotteck.

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