Auftakt der Vortragsreihe im Theater
Großer Andrang auf Hölderlin

Münster -

Vor dem Eingang zum Theatertreff stehen gut zwei Dutzend Menschen fröhlich redend in der Abendkühle und hoffen, vielleicht doch noch eine Karte für den restlos ausverkauften Eröffnungsvortrag zu ergattern. Friedrich Hölderlin zieht...

Dienstag, 07.01.2020, 18:42 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 10:42 Uhr
Prof. Dr. Johann Kreuzer eröffnete den Reigen der 22 Veranstaltungen zu Hölderlin.
Prof. Dr. Johann Kreuzer eröffnete den Reigen der 22 Veranstaltungen zu Hölderlin. Foto: Heike Eickhoff

Vor dem Eingang zum Theatertreff stehen gut zwei Dutzend Menschen fröhlich redend in der Abendkühle und hoffen, vielleicht doch noch eine Karte für den restlos ausverkauften Eröffnungsvortrag zu ergattern. Friedrich Hölderlin , dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, ist Thema der mit diesem Vortrag eröffneten Theatergespräche. 22 Veranstaltungen (Vorträge, Rezitation, Musik) hat Pressereferent und Dramaturg Wolfgang Türk bis zum 25. Mai zu Hölderlin organisiert.

Am Montag startete Prof. Dr. Johann Kreuzer ( Universität Oldenburg und zugleich Präsident der Hölderlin Gesellschaft) mit seinem Eröffnungsvortrag die aktuelle Reihe.

Kreuzer ließ Hölderlin in seinem Vortrag lebendig werden: Biografisches und kurze Werkanalysen, ein Abriss der Symptome der Krankheit und vorgelesene Zitate aus den Werken formten ein informatives und unterhaltsames Bild Hölderlins. „Seine Mutter saß ihm immer im Nacken“, schmunzelte Kreuzer.

Anekdoten wie das vom Graffiti („Der Hölderlin isch et verruckt gwä!“) auf dem frisch renovierten Hölderlin-Turm in Tübingen, das den Touristen so sehr gefiel, dass es nach seiner Entfernung wieder aufgetragen werden musste, lockerte den umfassenden Vortrag auf. Auch die Beschreibung der körperlichen Fitness des jungen Hölderlin, der an drei Dezembertagen 150 Kilometer mühelos zu Fuß zurück legte, sorgte für Nähe. Kreuzer schaffte es immer, mittels gezielt ausgewählter biografischer Daten und Auszügen aus den Werken Hölderlins Neugier auf die vielen folgenden Vorträge zu erwecken. Wie hübsch angerichtete und wissenschaftlich fundierte Appetithäppchen servierte Kreuzer virtuos aus einem großen Fundus an Wissen zu Hölderlin schöpfend diese Fakten und Zitate. Den Empedokles Hölderlins verglich er augenzwinkernd mit Jim Morrison von „The Doors“, beide hätten ein schamanistisches Element bedient. Die Gedichte Hölderlins und deren Rezeption charakterisierte Kreuzer so: „Es geht immer auch um Sprachfindung, es geht nicht nur um schöne Gedichte.“

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Den nächsten Vortrag am Montag (13. Januar) über die Hymnen hält Prof. Dr. Martin Vöhler. Karten: ' 5 90 91 00.

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