LWL-Museum für Kunst und Kultur
Junge Nacht, volles Museum

Münster -

Wieder lud das LWL-Museum für Kunst und Kultur zur „Jungen Nacht“ und bot die Möglichkeit, das Museum und seine Ausstellungen in einem ungewöhnlichen Kontext zu erleben. Mit Video-Projektionen, Impro-Theater und DJ-Unterhaltung gab es auch dieses Mal ein buntes Begleitprogramm.

Samstag, 11.01.2020, 19:15 Uhr aktualisiert: 11.01.2020, 19:25 Uhr
LWL-Museum für Kunst und Kultur : Junge Nacht, volles Museum
Foto: Jörn Krüßel

„Mindestens zwei Stunden Wartezeit für die Turner-Ausstellung!“, so die Info an der Tür. Wer sich davon nicht abschrecken ließ, reihte sich in die Schlange ein, die zeitweise bis fast zur Straße reichte. Die noch bis Ende Januar dauernde enorm populäre Ausstellung „Turner. Horror and Delight“ erlebte an diesem Freitagabend noch einmal richtig Zulauf, zwei Euro Eintritt für die Ausstellung und Sperrstunde um Mitternacht waren schließlich gute Argumente. Die „Junge Nacht“ bot aber auch dieses Mal wieder genug Gelegenheit, abseits der Hauptattraktion auf seine Kosten zu kommen.

Wer pünktlich ankam, hatte die Möglichkeit, im Lichthof auf den Tribünen Platz zu nehmen. Im Rahmen der aktuellen Videoinstallationen THE PUBLIC MATTERS des Künstlerinnenkollektivs „Projekt 2077“ liefen parallel Videos, die Geschichten rund um die Skulpturprojekte 2017 erzählten. Vor allem die Anekdoten der Helfern ließen die Zuschauer immer wieder schmunzeln und staunen. Zurück im Foyer wurde die Warteschlange zusehends länger. Vordrängeln durften sich da nur die Kids der Marienschule, die in den Sammlungen auf Kommando Flashmobs veranstalteten.

Bis sich die Türen zum Auditorium öffneten, konnte man sich die Zeit am Fotoautomaten vertreiben, der immer mehr Neugierige anlockte und mit kleinen Gimmicks schöne Erinnerungen an den Abend ermöglichte. Unter dem Motto „Post-traumatic stress disorder vs. spiritual fuck-off" lud die “Fylmklasse” der Kunstakademie Münsters ein, sich der dunklen Seite der Seele zu nähern. Im schummrigen Zwielicht wanderte man zu psychedelischer Musik zwischen Videoinstallation, Skulpturen und Bildern – ein unbehaglicher und herausfordernder Kontrast zur fröhlichen Lebhaftigkeit im Foyer nebenan. Die Themen der Ausstellung Horror und Delight griff dann das Theater-Ensemble „Peng!“ auf. Mit ihren beliebten Impro-Vorstellungen konnten sie auch im Museum viel Applaus ernten.

Während Richtung Mitternacht die letzten Gruppen von den Ausstellungen zurückkehrten, wurde die Warteschlange an der Theke nun immer länger. DJ effacé hatte derweil im Foyer sein Soundsystem aufgebaut. Mit tiefen Bässen und sphärischen Elektro-Klangteppichen sorgte er für den passenden Soundtrack, um den Abend in Tanzlaune ausklingen zu lassen. Dass das sowohl bei Jung und Alt gleichermaßen gut ankam, war wieder Beweis genug, um sich schon mal die nächste „Junge Nacht“ im LWL-Museum vorzumerken.

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