Weihnachtskonzert der Chorgemeinschaften St. Lamberti Münster und St. Johannes Altenberge
Glanz, Licht und Trost

Münster/Altenberge -

Mit dem Oratorium „Der Messias“ landete Georg Friedrich Händel bei der Uraufführung 1742 in Dublin einen grandiosen Erfolg. Seitdem ging seine Musik um die ganze Welt.

Als sich am vergangenen Wochenende die beiden Chorgemeinschaften von St. Johannes Baptist aus Altenberge und St. Lamberti aus Münster in zwei Konzerten dem ersten Teil des „Messias“ widmeten, war das eine perfekte Gelegenheit, die Weihnachtszeit noch einmal klangvoll abzurunden, setzt Händel hier doch die Geschichte von Christi Geburt musikalisch in Szene.

Montag, 13.01.2020, 10:14 Uhr
Festlich beleuchtet war die Altenberger Kirche
Festlich beleuchtet war die Altenberger Kirche Foto: cws

 

Schon einmal war die Zusammenarbeit beider befreundeten Chöre erfolgreich. So auch jetzt beim „Messias“ unter Leitung der beiden Dirigenten Marco Schomacher und Alexander Toepper. Händel schont seine Chorsänger keineswegs. Für die Sopranstimmen ging es hinauf in höchste Höhen, substanzvolle Kraft wie im „Ehre sei Gott“ und federnde Beweglichkeit waren allenthalben im ganzen Ensemble gefragt. Nicht zuletzt überzeugte auch dessen ausgewogenes, weitgehend homogenes Klangbild. Spannend an diesen beiden Konzerten: Gespielt wurde eine Fassung, die kein Geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart 30 Jahre nach Händels Tod angefertigt hatte. Mozart kleidete das Original in neue instrumentale Farben. Und die haben durchaus ihren ganz eigenen Reiz. Etwa dort, wo Klarinetten den Part des Chores bereichern oder Hörner die „Wunderbar!“-Rufe unterstützen. Flöten und Oboen treten hinzu und machen die „Pifa“, die anmutige Hirtenmusik, zu einem üppig orchestrierten Wiegenlied an der Krippe. Das sind ganz neue Seiten an einem Werk, das man doch so gut zu kennen glaubt.

Auch die Partien der vier jungen Vokalsolisten schimmern in der Mozart-Version mitunter in neuem Licht dank des zusätzlichen Kolorits im Kourion-Orchester, das sich an diesem Abend wieder einmal als grundsolider instrumentaler Partner empfahl. Sonja Grevenbrock (Sopran), Lea Martensmeier (Alt), Benedikt Brenk (Tenor) und Enno Kinast (Bass) widmeten sich mit Sorgfalt ihren Rezitativen und Arien, wobei die Sopran-Arie „Er weidet seine Herde“ gewiss zu den Höhepunkten dieses „Messias“ zählte, zeigte sie doch ebenso Händels untrügliches Gespür für Melodien mit Ohrwurm-Qualitäten wie den ausnehmend schön timbrierten Sopran von Sonja Grevenbrock.

Und direkt nach Christi Geburt? Da eilen die drei Weisen zur Krippe, auch in diesem Konzert. Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung des Geschehens aus dessen Oratorium „Christus“. Das ist nur wenig Musik, aber sehr schöne. Mit einem Terzett, dem sich neben Solo-Tenor und Solo-Bass noch ein Bariton hinzugesellt (klangschön: Cora-ghessan Steinbach). Und dem Schlusschoral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ aus den Kehlen der vereinigten Chorgemeinschaften. Von Glanz, Licht und Trost wird da gesungen. Und von all dem lag sehr viel auf diesem festlichen Kehraus zum Ende der Weihnachtszeit.

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