Weihnachtliche Musik mit dem Westfälischen Kammerchor
Nach dem Fest ist vor dem Fest

Münster -

Hand aufs Herz – wer konnte dieses Mal während der Adventszeit und der Feiertage wirklich innehalten und dem Geheimnis der Weihnacht nachspüren? Für alle, die zwischen Geschenkekauf, angebrannter Gans, Böllerei und allgemeiner Hektik das Gefühl hatten, dass der eigentliche Sinn des Weihnachtsfestes mal wieder an ihnen vorbeigegangen ist, bot sich am Sonntag die Gelegenheit, etwas nachzuholen.

Dienstag, 14.01.2020, 12:06 Uhr
Der Westfälische Kammerchor mit seinem neuen Leiter Dr. Támas Szõcs (l.) in der Apostelkirche
Der Westfälische Kammerchor mit seinem neuen Leiter Dr. Támas Szõcs (l.) in der Apostelkirche Foto: Robin Gerke

Dazu eingeladen hatte der Westfälische Kammerchor Münster, der in der Apostelkirche sein erstes Konzert mit dem neuen Leiter Dr. Támas Szõcs gab.

Aus der Mitte des Schiffes erklangen die ersten Töne, das „Puer Natus est“ in all seiner gregorianischen Schlichtheit. Auf ihrer Position vor dem Altar angekommen griffen die Sänger den Introitus noch einmal auf, diesmal als Satz aus einem siebenbürgischen Gesangbuch des 17. Jahrhunderts. Die Stationen der anschließenden Reise durch die weihnachtliche Musikgeschichte hätten eigentlich allesamt auf Konzertprogrammen im ganzen Jahr stehen können, trotz festlicher Botschaft. Denn die Werke von Praetorius, Hassler, Mendelssohn und Bach sind in ihrem Anspruch keine plakativen Weihnachtslieder, sondern einfach wunderschöne Musik – gerade in der Ausführung durch den Westfälischen Kammerchor, mit sauberer Intonation und viel Gespür für die polyphonen und harmonischen Strukturen.

Auch ins 20. Jahrhundert wagte sich das Ensemble, wobei die Werke von Jósef Swider, Francis Poulenc und George Dima sich als stimmungsvolles Ende in den musikalischen Zeitstrahl einfügten. Vor allem Poulencs vier Motetten über weihnachtliche Responsorien und Antiphone, bei denen die Sänger den Chorraum von hinten nach vorne Satz für Satz durchschreiten, ließen ein Gefühl echter Besinnlichkeit entstehen.

Gegliedert wurde das Programm durch reflektierende Prosa und lyrische Texte, gesprochen von Pfarrer i.R. Bernd Krefis. Und schließlich beendete die voll besetzte Kirche die Weihnachtszeit mit einem gemeinsamen „Wie schön leuchtet der Morgenstern“.

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