„Kappe App“ arbeitet sich in diesem Jahr an der Sonnenblumenpartei ab: „Grüner wird’s nicht“
„Gib der Greta doch mal ein Bier!“

Münster -

Die „Appen Kappen“, die nun zum 27. Mal mit ihrem speziellen, satirischen Anti-Karneval auf die Bühne traten, geben Anno 2020 die Parole „Grüner wird’s nicht!“ aus. Bei der Premiere ging die Post ab.

Sonntag, 16.02.2020, 16:28 Uhr
Hier schleichen jagende Männer durch den grünen Tann, doch Wölfe dürfen nicht gekillt werden. Szene aus der neuen „Kappe-App“-Show, die am Samstag Premiere feierte.
Hier schleichen jagende Männer durch den grünen Tann, doch Wölfe dürfen nicht gekillt werden. Szene aus der neuen „Kappe-App“-Show, die am Samstag Premiere feierte. Foto: Zinkant

„Grün ist die Heide“, sang einst Schlagerbarde Roy Black . Grün ist bekanntlich auch die Hoffnung. Und wie jeder weiß, wird auch Münster immer grüner. Ist kein Ende abzusehen? Die „Appen Kappen“ jedenfalls, die nun zum 27. Mal mit ihrem speziellen, satirischen Anti-Karneval auf die Bühne traten, geben Anno 2020 die Parole „Grüner wird’s nicht!“ aus.

Dass dieses Programm eine Reverenz an die Gründung der Sonnenblumen-Partei vor genau 40 Jahren ist, wurde im Programmzettel betont. Die Bühne war ebenso grün wie die Aufmachung der achtköpfigen Spötter-Bande, und im Publikum wandelten zwei verkleidete „grüne“ Grazien, als wären zwei Freiheitsstatuen zu Sonnenblumen mutiert.

Und die Satire? Da hätten die Appen Kappen der erfolgsverwöhnten Partei ruhig ein paar humorige Breitseiten verpassen dürfen, Jubiläum hin oder her. Was aber doch als Grundakkord durchs Programm mäanderte, waren grüne Themen. Vom Jägerlatein bis zum Öko-Chinesisch, von veganen SUV-Fahrern bis zu testosterongesteuerten Greta-Jüngern wurde vieles aufgefahren, was die Lachmuskeln der Zuschauer in der gut besuchten Deele „bei Lappe“ reizte.

Angefangen damit, dass eine Männerhorde mit Schießgewehren durch den grünen Tann schlich, um von zwei Jägerinnen mit „Waidmensch Heil!“ zur gegenderten Räson gerufen zu werden. Regisseurin Gabriele Brüning und Energiebündel Kornelia Kabbasch befahlen wie die Feldwebelinnen, dass hier keine Wölfe geschossen werden dürfen. Und Säue lässt man eh durchs sprichtwörtliche Dorf jagen.

Und wieder ist ein männliches Vergnügen dahin. Ein zweites wird gekillt, als eine Kumpel-Clique sich zum Formel-Eins-Gucken versammelt und ein PC-bewegter Jüngling ( Michael Holz ) den Freunden eine Öko-Predigt über Spritverschwendung und Reifenabrieb hält. „Gib der Greta doch mal ’n Bier!“, heißt es da. Da setzt sich Holz lieber zur dreiköpfigen Band und singt mit dem ganzen Saal „Menschen lieben sich“. Klasse.

Erwähnen muss man auch den Neuzugang Rolf Heutmann, der als Rheinländer wie als Holländer eine tolle Figur macht. Wenn er als Oranje mit „Fietse“ (aka Leeze) durch Münster fährt, weiß er, warum die Fahrradparkhäuser nicht voll genug sind. Weil das in Dumm-Deutschland Geld kostet!

Und das Lokale? Das kommt im Dialog von Michael Tumbrinck und Matthias Menne aufs Tapet. Die wundern sich, dass der OB-Kandidat der SPD Jung heißt – Todeskino würde bei den schrumpfenden Roten doch viel besser passen! Wie auch immer: Bis auf Weiteres bleibt Münster grün und schwarz. Womit wir wieder bei Roy Black wären.

Weitere „Kappe App“- Aufführungen: 21., 22., .23., 28. und 29. Februar, jeweils 20 Uhr, bei Lappe, Nieberdingstraße 12.

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