„Korken-Zieher“-Preis für Münsters Gentleman-Kabarettist Carsten Höfer
Superheld gibt Männern Tipps

Münster -

Seine ersten Auftritte hatte Kabarettist Carsten Höfer als sechsjähriger Nikolaus im Kindergarten. Nach Stationen beim Kabarett „Maulwurf“ und „Schulte-Brömmelkamp“ steht der Münsteraner seit Dezember 1994 solo auf der Bühne. Für sein Programm „Ehe-Män: Superhelden für den Hausgebrauch“ erhielt er jetzt im baden-württembergischen Lauda-Königshofen den Süddeutschen Kabarettpreis „Korken-Zieher“ – für das beste Kabarett-Programm des Jahres 2019.

Samstag, 22.02.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 22.02.2020, 16:51 Uhr
Vom Nikolaus-Darsteller zum Superhelden der Kabarettszene: Der Münsteraner Carsten Höfer erhielt für seinen „Ehe-Män“ jetzt den „Korken-Zieher“-Preis.
Vom Nikolaus-Darsteller zum Superhelden der Kabarettszene: Der Münsteraner Carsten Höfer erhielt für seinen „Ehe-Män“ jetzt den „Korken-Zieher“-Preis. Foto: Privat

Seine ersten Auftritte hatte Kabarettist Carsten Höfer als sechsjähriger Nikolaus im Kindergarten. Nach Stationen beim Kabarett „Maulwurf“ und „Schulte-Brömmelkamp“ steht der Münsteraner seit Dezember 1994 solo auf der Bühne. Für sein Programm „Ehe-Män: Superhelden für den Hausgebrauch“ erhielt er jetzt im baden-württembergischen Lauda-Königshofen den Süddeutschen Kabarettpreis „Korken-Zieher“ – für das beste Kabarett-Programm des Jahres 2019.

Im Finale setzte sich der 51-Jährige gegen sieben andere Kabarettisten durch, darunter bekannte Namen wie Herr Schröder (Berlin), Uli Masuth (Weimar) oder Comedy-Grand-Prix-Sieger Thorsten Bär. Die Kriterien erläutert Jochen Ruthardt von der Kleinkunstbühne Lauda-Königshofen so: „Wir lassen das Publikum mitentscheiden. Die Besucher können auf der Rückseite der Eintrittskarte eine Bewertung abgeben. Wir haben allerdings auch noch eine Jury, die mitentscheidet.“ Insgesamt vergaben mehr als 1100 Zuschauer ihre Punkte. Die vorherigen Korken-Zieher-Preisträger waren: Philipp Weber (2017) und Lutz von Rosenberg Lipinsky (2018).

Der in Angelmodde wohnende zwei Meter-Hüne erzählt als „Ehe-Män“ von der Kunst, der perfekte Mann zu sein. Einer, der zu einem Superhelden des Alltags mutiert, vom „Repair- und Frisurenerkennungs-Män“ über den „Bezahl-Män“ bis zum „Kuschel-Män“. Wie jeder Superheld muss er vorausschauend sein und müsse zum Beispiel nachts so leise atmen können, dass die Frau davon nicht geweckt werde. Bloß kein Rückenschläfer sein; er könnte sonst schnarchen. Was rät also Beziehungsexperte Höfer? „Am besten solle der Mann als Seitenschläfer auf der von der Frau abgewandten Seite nächtigen. So ist der ganze Körper als Schallschutzmauer dazwischen.“

Der „Ehe-Män“ ist halt einer, der alle Beziehungsfallen zu umschiffen vermag. Höfer steht ebenfalls seinen Mann, auch beim Auftritt im Bug eines Kreuzfahrtschiffes: „Da merkt man den höheren Wellengang als erstes und sehr intensiv.“ Der Entertainment-Manager fragte ihn vor dem Auftritt, ob er sich geschminkt habe. Höfer verneinte. „Nun, dein Gesicht ist so grün“, erwiderte der Manager. Trotzdem zog der kreuzfahrende Kabarettist sein Programm durch. „Die Zuschauer waren begeistert, dass ein seekranker Künstler auf der Bühne stand, der sie zum Lachen brachte.“

Carsten Höfer schätzt Gags, die gut atmen wie ein edler Wein. Er erteilt (vor-)schnellen Pointen um jeden Preis die gleiche Abfuhr wie Billig-Wein in Tüten. Seine Wohnung in Angelmodde wirkt beim Interview blitzblank geputzt, Höfer ist stets frisch gestylt. „Nur aus der äußeren Ordnung heraus entwickeln sich bei mir witzige Geschichten und Pointen.“ Einzige Ausnahme: Zuhause lässt er die italienischen Designerschuhe im Schrank, läuft auf Socken. Ein Leisetreter ist er nicht. Der Münsteraner hört gerne AC/DC, Metallica und Filmsoundtracks per Dolby-Subwoofer.

In Münster ist das preisgekrönte Programm am Freitag (28. Februar) um 20 Uhr im Kreativ-Haus, Diepenbrockstraße 28, zu sehen. Und Carsten Höfer ergänzt: „Es ist der einzige Münster-Termin des ‚Ehe-Män‘ in diesem Jahr, bevor ich damit wieder bundesweit und an Bord eines Aida-Schiffes unterwegs bin.“ Sein „Tagesabschlussgefährte“ tritt am 20. März in der Alexianer Waschküche auf.

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