Zweites Kinderkonzert des Sinfonieorchesters widmete sich allerlei Tieren
Ein Pinguin am Pult und Batman im Publikum

Münster -

Manch einer kennt den „Karneval der Tiere“. Wie passend, dass es im Kinderkonzert des Sinfonieorchesters jetzt um Tiere ging. Und im Publikum auch um viel Karneval.

Sonntag, 23.02.2020, 16:00 Uhr
Der Pinguin im Hintergrund
Der Pinguin im Hintergrund Foto: Eickhoff

King Arthur lässt Batman im Foyer den Vortritt – und ein auffallend kleiner Mitarbeiter der Deutschen Bahn in makelloser Reflektorweste greift nach Mamas Hand. Denn das Sinfonieorchester Münster lud am Sonntag zum zweiten Kinderkonzert „ Karneval und andere Späße“ ins Kleine Haus, und die Musikfreunde kamen in Scharen. Die Kinder erschienen vielfach verkleidet, aber auch einige Erwachsene trauten sich an bunte Perücke oder glitzernden Kopfputz. Der kleine Spiderman schob im Konzert dann bald die Maske hoch, um die Musik auch mit großen Augen genießen zu können. King Arthurs Beine reichten zwar im Sitzen noch nicht ganz auf den Boden herab, doch das schien ihn nicht zu stören.

Ilka Roßbach moderierte gemeinsam mit vier Schülerinnen des Gymnasiums Wolbeck das quirlige Konzert. Schon seit Oktober haben die fünf sich regelmäßig getroffen, um verschiedene Moderationsformen zu erarbeiten. Dezent kostümiert und mit bunten Spickzetteln im DIN-A-5-Format gestalteten sie die Wechsel reibungslos, die Texte wurden sicherheitshalber allerdings immer abgelesen.

Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg kam gleich als erstes zu erratendes Tier hinein: die Hände seitwärts abgespreizt, steifbeinig watschelnd und mit übergroßer roter Glitzerfliege zum Frack erkannten ihn die Kinder im Publikum gleich als Pinguin. Viele Sätze aus Camille Saint-Saens’ „Karneval der Tiere“, der Suite, die bekanntlich vom Komponisten als Persiflage auf den Konzertbetrieb gedacht war und stattdessen zum Renner in den Hitparaden der Programmmusik für Kinder wurde, kamen auf die Pulte. Auch der König der frechen Pariser Operette, Jacques Offenbach, war mit dem wilden Cancan aus „Orpheus in der Unterwelt“ vertreten. Ilka Roßbach bat die Zuschauer dazu aufzustehen und mit wenigen Armbewegungen, die man gemeinsam geprobt hatte, den wilden Tanz zur Musik anzudeuten. Gute Idee, denn dadurch, dass die Kinder den flotten Cancan nun im Original erahnen konnten, wirkte Saint-Saens’ Pariser Schildkrötenballett, das mit eben dieser Nummer im grotesk langsamen Tempo anschließend vom Orchester gespielt wurde, herrlich witzig. Komponist Malcolm Arnold, vielen vor allem bekannt, da er mit Deep Purple arbeitete, war mit Kühen und Mäusen zu hören.

Eine Stunde lang tummelten sich die karnevalistischen Musiktiere auf der Bühne des Kleinen Hauses, den Kindern und den Erwachsenen eine unterhaltsame Freude, geadelt von sehr gelungenen Soli von Oboe und Querflöte. Am Ende gab es großen Beifall.

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