Sinfonieorchester und Breakdancer im Waldorfsaal
Wie Beethoven zum Hip-Hop findet

Münster -

Ein Sinfonieorchester, ein Beatboxer und tanzende Schülerinnen und Schüler auf der Bühne: Bei „Symphonic+“ passte das alles bestens zusammen.

Mittwoch, 04.03.2020, 11:06 Uhr

Ein „unvergessliches Konzert“ sollte es werden – und genau das wurde es! Lang anhaltenden Beifall gab es am Ende des Projekts Symphonic+ in der Aula der Freien Waldorfschule.

Street Dance, klassische Musik und Hip-Hop lebten und atmeten in Symbiose, getanzt von Schülerinnen und Schülern dreier Schulen auf der Bühne, virtuos und frech musiziert vom Sinfonieorchester Münster auf der improvisierten Bühnenfläche im Parkett, verfeinert mit brillanten kurzen Einlagen des Beatboxers Kevin O’Neal im dezenten schwarzen Anzug.

Mit ein paar Takten Beethoven, dem markanten Eröffnungsmotiv der fünften Sinfonie, begann das fulminante Musikereignis. Doch schon bald mutierte Beethovens Hit zur lockeren Hip-Hop-Nummer, das famos aufgelegte Drumset (statt Pauken gab es nun eine ganze Schießbude), E-Gitarre, E-Bass, Keyboard und die vitalen Blechbläser übernahmen im Stile hochglanzpolierter Big-Band-Solisten. Schon kamen die ersten jungen Tänzerinnen und Tänzer auf die Bühne. Die Friedensschule Münster, die Mathilda Anneke Gesamtschule Münster und die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck waren mit Schülerinnen und Schülern vertreten, die mit Anna-Lena Hanke und Bruno de Carvalho ein Jahr lang diese Choreografien entwickelt hatten. Zuerst kamen die Schulen getrennt auf die Bühne, jeweils mit grünen, roten oder blauen T-Shirts bekleidet. Später dann tanzten sie zusammen und wechselten am Ende sogar strahlend die T-Shirts. Eine schöne Geste, denn das Projekt sollte „das Verbindende suchen“, wie Schirmherr Titus Dittmann in seiner Begrüßungsrede erklärte: Projekte wie dieses können die „Lernspiralen“ in Gang setzen, die den Kindern und Jugendlichen helfen, zu „selbstbewussten, starken Individuen heranzuwachsen“.

Bunt instrumentiert (die Röhrenglocke kam zum Einsatz, das Keyboard glänzte mit Cembalosound und als Honky-Tonk-Klavier, die Congas stimmten ein elegantes Duett mit Beatboxer Kevin O’Neal an) und geschüttelt von auf den Punkt gespielten Brüchen und Wechseln kam das Sinfonieorchester Münster als spielfreudiger Klangkörper im sportlichen Gewand daher, sicher geleitet von Christian Voß. „Schwanensee“-Zitate sorgten für Schmunzler, buntes Licht verwandelte die Bühne in ein großes Tanztheater. Bravo!

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