Münsters Sinfoniekonzert-Programm 2020/21
Filigrane Töne für Gustav Mahler

Münster -

Für die Sinfoniekonzerte der Spielzeit 2020/21 hat Münsters Generalmusikdirektor Golo Berg spannende Gäste eingeladen.

Freitag, 06.03.2020, 18:12 Uhr
Generalmusikdirektor Golo Berg sieht freudig der nächsten Sinfoniekonzert-Saison entgegen.
Generalmusikdirektor Golo Berg sieht freudig der nächsten Sinfoniekonzert-Saison entgegen. Foto: Wilfried Gerharz

Gustav Mahler gehört nicht zu ihrem Kerngeschäft“, sagt Golo Berg über die Sopranistin Nuria Rial und lacht vergnügt. Nicht nur, weil er die bekannte Sängerin für die Sinfoniekonzert-Reihe der nächsten Saison verpflichten konnte. Sondern auch, weil er die Spezialistin für Barockmusik in einer Mahler-Sinfonie einsetzt. Von dieser Idee hatte er schon früher einmal erzählt, denn der Schlusssatz von Mahlers Vierter erfordert das Paradox kunstvoll-kindlichen Gesangs – dazu ist eine Sängerin mit feinem Stimmklang und virtuoser Technik natürlich ideal. Und nun wird die Idee am 26. Januar 2021 Realität.

Da die Saison schon im Beethoven-Jahr 2020 beginnt, gibt es in den ersten drei Konzerten noch ein bisschen Musik vom Jubilar. Üppige Auszüge aus der „Egmont“-Schauspielmusik mit dem bekannten Burgschauspieler Gerd Böckmann eröffnen die Spielzeit Anfang September, das Tripelkonzert erklingt im November – und dazwischen ein Werk, das man „häufiger spielen darf“, wie Berg betont: die Fünfte natürlich (ab 29. September).

Golo Berg legt auch Wert darauf, mit dem Konzertprogramm Zusammenhänge zum Spielplan des Theaters zu stiften. So verweist die „Concertante Musik“, in der der Komponist Boris Blacher gegen jegliche NS-Ideologie dem Jazz huldigte, auf Blachers Ballettoper „Preußisches Märchen“, die im März 2021 herauskommt. Und die traurigschöne letzte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, zu hören im April 2021, zitiert die Todesverkündigung aus Wagners „Walküre“, die bereits im Dezember 2020 Premiere hat. Weil Schostakowitsch aber im selben Stück mit einem Zitat aus Rossinis „Tell“-Ouvertüre spielt, erklingt auch dieses Stück im entsprechenden Konzert.

Aus der Reihe international bekannter Gäste, die sich mit Solisten des Sinfonieorchesters Münsters abwechseln, hebt Golo Berg den „ziemlichen Superstar“ Kit Armstrong hervor, der einen ziemlichen Brocken stemmt, nämlich das erste Tschaikowsky-Klavierkonzert. Als guter Bekannter kehrt Frank Peter Zimmermann zurück, der Bohuslav Martinus „Suite concertante“ mit Dvoraks Violinromanze ergänzt. Bei den Dirigenten rundet sich der Bogen zum barocken musikalischen Zierrat, wenn Attilio Cremonesi das Mai-Konzert im Rahmen der „Tage der Barockmusik“ gestaltet. Schließlich steht auch Münsters Erster Kapellmeister wieder am Konzert-Pult: Stefan Veselka dirigiert im März 2021 den kompletten sinfonischen „Vaterland“-Zyklus von Antonín Dvořák.

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