Neues Stück im Charivari
Revolte gegen die Tütensuppe

Münster -

In „Knispel und die herrlichste Suppe der Welt“ geht es ums Kochen, auch wenn es mit Spülen anfängt.

Sonntag, 08.03.2020, 17:32 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 18:12 Uhr
„Knispel und die herrlichste Suppe der Welt“ heißt das neuste Stück im Charivari-Theater.
„Knispel und die herrlichste Suppe der Welt“ heißt das neuste Stück im Charivari-Theater. Foto: Helmut Jasny

Knispel ist zwar nur Tellerwäscher, als solcher aber unschlagbar. Als Frisur trägt er einen praktischen Bürstenschnitt, mit dem er den Dreck vom Geschirr fegt, dass es eine Freude ist. „Teller waschen, das macht Spaß, macht den ganzen Knispel nass“, singt er und trocknet das Geschirr keck mit dem Hintern ab. Dabei ist er ein ganz kleiner Kerl, eine Handpuppe nur in der neusten Produktion des Charivari-Theaters, die am Samstag Premiere feierte.

In „Knispel und die herrlichste Suppe der Welt“ geht es ums Kochen, auch wenn es mit Spülen anfängt. Denn Puppenspielerin Hendrikje Winter schickt ihren Helden auf die Reise. Das Stück ist für Kinder ab vier Jahren, und die Fahrt geht über sieben Meere, sieben Berge und durch sieben Länder, bis Knispel schließlich im Land der Tütensuppen landet. Nahrhaft ist das nicht. Deshalb zettelt er eine kleine Revolution an, indem er eine richtige Suppe kocht. Wobei „richtig“ vielleicht nicht das richtige Wort ist. Denn zu den Zutaten zählt auch ein Schnürsenkel, der Knispel auf seiner Reise kaputtgegangen ist.

Aber das können die kleinen Zuschauer später mit ihren Eltern ausdiskutieren. Erst mal lernen sie, wie eine Suppe zubereitet wird. Winter fährt in ihrer putzigen Bühne das passende Personal auf. Der Zwiebelbauer liefert Zwiebeln, der Kräutermann Kräuter, Gretel kommt mit einem Bund Karotten vorbei, und die Puppenspielerin selbst tritt zwecks Verfremdungseffekt auch immer mal wieder in Erscheinung.

Alles gut und gesund eigentlich. Wäre da nicht der Tütensuppenkönig, der alle frisch zubereiteten Speisen streng verboten hat. Und der Polizist, der ebenso streng darüber wacht, dass sich jeder daran hält. Und „das Tier“, eine Art Schnitzelklopfer mit furchterregenden Zähnen, den Knispel in einer Action-Szene jedoch niederringen kann, um dann mit Gretel, die vorher schon von ihm angetan war, in ein Happy End hineinzutanzen.

Es ist eine hübsche kleine Geschichte, die Winter hier mit ihren Puppen aufführt. Die Kinder haben Spaß und lernen etwas, das in einer schnelllebigen Welt leicht in Vergessenheit geraten könnte. Natürlich wird die Suppe am Ende auch gegessen. Nicht aber der Schnürsenkel.

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