Entscheidung fällt am 24. und 25. März
Theater Münster: Intendantensuche geht ins Finale

Münster -

Es wird spannend. Am 25. März soll der Posten des Generalintendanten des Theaters Münster neu besetzt werden. Die Findungskommission hat nun aus 55 Bewerbungen eine Dreierliste herausgefiltert: eine Dame und zwei Herren. Namen sollen nach der Vereinbarung nicht nach außen dringen. Am 24. März stellen sich die Kandidaten im Personal- und Kulturausschuss vor. Der Rat hat dann am 25. März das letzte Wort.

Dienstag, 10.03.2020, 18:40 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 19:11 Uhr
Blick auf das erleuchtete Theater Münster
Blick auf das erleuchtete Theater Münster Foto: Jürgen Peperhowe

Nun wird es ganz schnell gehen. Die Findungskommission zur Ermittlung des neuen Generalintendanten des Theaters Münster   hat sich auf drei Finalisten geeinigt:  eine Kandidatin und zwei Kandidaten. Am 24. März sollen sich diese im Kultur- und Personalausschuss des Rates der Stadt Münster vorstellen, am 25. März wird der neue Intendant oder die neue Intendantin dann im Rat  gewählt und – so ist es Brauch – mit Blumen begrüßt und geehrt.  Es sei denn, die „Corona-Lage“ würde das in irgendeiner Form verhindern. Dann aber träte der Rat nach bisheriger Terminlage erst wieder nach der Osterpause am 13. Mai zusammen

Die Bewerbersituation wurde schon zu Beginn des Personalfindungsprozesses als „gut“ eingeschätzt. 55 Bewerberinnen und Bewerber reichten ihre Unterlagen ein, darunter natürlich inländische Theaterfachleute, aber auch Kandidaten aus dem benachbarten europäischen Ausland wie Österreich, der Schweiz und Dänemark.  Die Findungskommission unter der Federführung von Cornelia Wilkens , der Beigeordneten für Kultur der Stadt Münster, hatte die Qual der Vorauswahl. Neben Vertretern aus Verwaltung und Politik, darunter die Spitzenrepräsentanten der Fraktionen im Kulturausschuss, wurden auch auswärtige Mitglieder mit profunder Theaterkenntnis hinzugebeten: Dagmar Schlingmann, Generalintendantin des Staatstheaters Braunschweig, Markus Müller, Intendant und Geschäftsführer des Staatstheaters Mainz, und Peter Beat Wyrsch, Intendant a. D. des Theaters Biel Solothurn und von 1996 bis 2007 Oberspielleiter an den Städtischen Bühnen Münster. Die Mitglieder der Findungskommission und die mit im Boot sitzenden Ratsparteienvertreter geben sich bislang noch zugeknöpft, weil man „niemanden beschädigen“ wolle. Der Hinweis, dass es doch eine Ehre sei, in Münster unter die letzten drei Finalisten zu kommen, wird da offenbar nicht verstanden. Vermutlich werden in den nächsten Tagen dennoch die Namen durchsickern. Das lehrt die Erfahrung. Bei der Wahl 2011 übrigens kamen neben Dr. Ulrich Peters , der zuvor das Gärtnerplatztheater in München leitete, der ehemalige Aachener Intendant Paul Esterházy und Nicola May, Intendantin in Baden-Baden, in die letzte Vorstellungsrunde in Münster.

Kommentar: Könner und Moderator

Etwa alle zehn Jahre dreht sich in Münster das Personalkarussell um den Spitzenposten am „Theater Münster“, das seit der Ägide Peters diesen prägnanten Namen trägt. Das Anforderungsprofil an die neue Generalintendantin oder den Generalintendanten ist dabei keinen dramatischen Schwankungen unterworfen.

Gesucht werden stets Leute vom Fach, erfahren in der Leitung eines Theaters oder einer Theatersparte. Mit Händchen für Personal und einem feinen Sensus für die örtliche kulturelle Szene, gepaart mit Spielfreude, Innovationskraft und Gespür für den Publikumsgeschmack. Leute, die das Theater mit ihren Visionen leerspielen, sind dabei ebenso wenig gefragt wie uninspirierte Sparfüchse, die sich von leider häufig kulturell desinteressierten Ratsmitgliedern den Schneid abkaufen lassen.

Münster ist zuletzt mit Dr. Ulrich Peters gut gefahren. Steigerungspotenzial ist immer drin. Aber das hat nicht nur ein Intendant alleine zu verantworten, sondern vor allem eine Stadtgesellschaft, die sich mehr als bisher über Kultur und nicht über kleinkarierte Debatten definieren sollte. Gerade im Hinblick auf die Musikcampus-Pläne. | Johannes Loy

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Die kulturpolitische Geschichte der Stadt Münster zeigt, dass bei den Kandidaten Leitungserfahrung entweder als Intendant oder als  Chef einer großen Theater-Sparte vorausgesetzt wird. Jetzige oder frühere Mitarbeiter des Theaters Münster hatten früher kaum Chancen und sind wohl auch jetzt nicht mehr in der „Schlussverlosung“. Der neue Intendant muss in Münster stets mehrgleisig fahren. Er soll mit dem vorhandenen Geld auskommen und daher bei aller innovativen Freude des Anfangs für stabile Verhältnisse beim Publikumszuspruch sorgen. Das gelang Dr. Ulrich Peters, der 2022 das Haus nach dann zwei Amtszeiten und zehn Jahren verlassen wird, mit zuletzt rund 200 000 Besuchern pro Spielzeit beeindruckend. Er formte übrigens den eher amtstechnisch klingenden Begriff „Städtische Bühnen Münster“ in „Theater Münster“ um.

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