Neue Website bietet Mediathek für Künstler
„Kunst hilft auch zu überleben“

Münster -

Die Corona-Krise ist auch eine Krise der Kultur. Theaterbühnen, Konzerthallen, Kinos, alternative Veranstaltungsorte, unabhängige Kulturbetriebe und vieles mehr: Alles ist bis auf Weiteres geschlossen. Jana und Daniel Peters (münster.moments) sowie Marian Heuser und Anna-Lisa Konrad (Culture Corner) haben die Website „Kunst gegen Corona“ ins Leben gerufen.

Freitag, 15.05.2020, 16:28 Uhr
Elena Handel hat ein Sandkunst-Video zum Thema Corona und Familie beigetragen. Die Organisatoren halten digitale Teammeetings ab (v. l.): Daniel und Jana Peters (münster.moments) sowie Marian Heuser und Anna-Lisa Konrad (Culture Corner).
Elena Handel hat ein Sandkunst-Video zum Thema Corona und Familie beigetragen. Die Organisatoren halten digitale Teammeetings ab (v. l.): Daniel und Jana Peters (münster.moments) sowie Marian Heuser und Anna-Lisa Konrad (Culture Corner). Foto: Elena Handel

Die Corona-Krise ist auch eine Krise der Kultur. Theaterbühnen, Konzerthallen, Kinos, alternative Veranstaltungsorte, unabhängige Kulturbetriebe und vieles mehr: Alles ist bis auf Weiteres geschlossen. Jana und Daniel Peters (münster.moments) sowie Marian Heuser und Anna-Lisa Konrad (Culture Corner) haben die Website „Kunst gegen Corona“ ins Leben gerufen. Das Unterschied zu anderen Angeboten: Während derzeit häufig auf Livestreams gesetzt wird, um die Kunst zu den Menschen zu bringen, liegt der Fokus hier auf einer Mediathek mit Spendenmöglichkeit an die Künstler. Hier werden Inhalte gesammelt und sind jederzeit abrufbar.

Musik, Lesungen, Tanz oder sogar Fußball-Kunst – es ist ein bunter Kultur-Mix der sich beim Online-Projekt kunstgegencorona.de versammelt hat. Die Seite aus Münster will Künstlern in der Corona-Krise die Möglichkeit geben, sich abseits von geschlossenen Bühnen zu präsentieren.

Eine von ihnen: Elena Handel. Die Havixbeckerin hat die Corona-Krise in Münster in Sand gemalt: Die Geschichte einer Familie, die durch das Virus getrennt wird. Die Großeltern kämpfen um ihr Leben, am Uniklinikum kann ihnen schließlich geholfen werden. „Ich wollte einfach mal Danke sagen an die Ärzte und das Pflegepersonal in unseren Krankenhäusern“, sagt die Sandkünstlerin. „Auch wenn gerade alle Aufträge wegbrechen, kann die Kunst Hoffnung geben. Ich will anderen Menschen Mut machen und schöne Emotionen schenken. Kunst hilft auch zu überleben.“

Viele der Künstler, die sich bei „Kunst gegen Corona“ präsentieren, kommen aus Münster und dem Münsterland. Initiiert wurde das Projekt von den Machern des Instagram-Kanals „münster.moments“ und der Open Stage „Culture Corner“ aus Münster – selbstverständlich unentgeltlich.

Und wenngleich dem Kulturbereich aktuell viele Lockerungen in Aussicht gestellt wurden – die Kunst- und Kulturszene wird noch länger auf Unterstützung angewiesen sein, erklärt Mit-Initiator Marian Heuser: „Niemand weiß, ob und wann es in welcher Form es in der analogen Welt weitergeht, und das ist für eine Branche, die auf langfristige Planungssicherheit angewiesen ist, natürlich hoch problematisch.“

Das Herzstück der Plattform: eine Mediathek. Hier finden die Nutzer nicht nur die vielfältigen Videos, sondern häufig auch einen Spendenlink. Denn nach dem „Pay what you want“-Prinzip können Zuschauer die Künstler in dieser schweren Zeit unterstützen. „Das Geld geht über einen PayPal-Link ohne Umwege direkt auf die Konten der Künstler“, erklärt Jana Peters, die „Kunst gegen Corona“ mit aufgebaut hat. Und auch Livestreams können Künstler über die Plattform ankündigen.

Mitmachen kann jeder, der seine Kunst in dieser Zeit zu den Menschen bringen möchte. Einzige Voraussetzung: Das Video sollte einen eindeutigen Bezug zur Corona-Zeit haben.

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