Förderverein Aktuelle Kunst zeigt „Happy Go Boom Boom“
Vorstellungen sind raffiniert künstlich

Münster -

Veronika Simmering und Isabel Schober zeigen schräge Welten, die in unserer Welt existieren. Der plakative Titel der Schau: „Happy go Boom Boom“.

Dienstag, 16.06.2020, 23:27 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 11:28 Uhr
Isabel Schober zeigt auf grünem Kunstrasen Figuren, die aus Traumsequenzen entsprungen sein könnten. Veronika Simmering lockt die Besucher in das Fitnessstudio der „4Knee Society“ mit künstlichen Vorbildern.
Isabel Schober zeigt auf grünem Kunstrasen Figuren, die aus Traumsequenzen entsprungen sein könnten. Veronika Simmering lockt die Besucher in das Fitnessstudio der „4Knee Society“ mit künstlichen Vorbildern. Foto: Gerhard H. Kock

Es liegt Ironie in der Luft. Und Faszination steigt auf. Der Förderverein Aktuelle Kunst (FAK) stellt mit Veronika Simmering und Isabel Schober scheinbar höchst unterschiedliche Positionen aus. Simmering zeigt eine Video-Installation, Schober präsentiert keramische Arbeiten. Beiden gemein ist der künstlerische Ausdruck des Verhältnisses zwischen Körper und Imagination.

Schober und Simmering beim Förderverein Aktuelle Kunst

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  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Zeichnungen, Collagen und Keramiken von Isabel Schober

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ausstellung „Happy Go Boom Boom“ mit Video und Installation von Veronika Simmering 4Knee Society und einer Gruppe virtueller Avatare.

    Foto: Gerhard H. Kock

Bei Veronika Simmering wird ein Körper-Ideal imaginiert: Empfangen wird der Besucher in einer Art Fitness-Studio, nicht aseptisch, dafür hyperclean. Und das ist verdächtig. Zurecht. Denn Simmerings hat den Besucher in die „4Knee Society“ gelockt: eine Gruppe virtueller Avatare, die auf Social Media Plattformen wie Instagram und TikTok in Erscheinung treten. Sogar ein isotonisches Sportgetränk kann beim FAK via PayPal erworben werden. Das Betrachten dieser Perfektion fasziniert und ekelt zugleich. Das Befremden mündet aber durch Humor in amüsierte Distanz, weil die virtuellen Protagonisten dieser unnatürlichen Gesellschaft, Tanya, Tom und Stacey über vier Knie verfügen, die sie sportlich beugen, strecken, schleudern. Der Absurdität der Ideale im Bereich Fitness und Schönheit, der Vergötzung von Gesundheit und Vitalität wird der Spiegel vorgehalten. Menschliches nirgends.

Das Menschliche mit seinen Brüchen, Unstimmigkeiten und wilden Vorstellungen tritt bei Isabel Schober hervor. In den keramischen Kleinskulpturen verkörpern sich realistische und symbolische Vorstellungen, Haltungen, Aussagen. Auf grünem Kunstrasen gleichmäßig verteilt, animieren sie den Betrachter, die Figuren in immer wieder neue Beziehungen zu setzen: die lasziv Liegende mit dem feist teuflisch Grinsenden, den naturalistischen Hund mit einer Hundekopf-Vase, den Boxern als Figur und als Fries auf einer Amphore. Auf ähnliche Weise bringt Schober ästethische und inhaltliche Ähnlichkeiten auch in ihren klassischen Papier-Collagen in Bezug: Formal gleiche Flächen sind zum Beispiel einmal als dichte Bebauung von Häusern, mal als fast leerer Parkplatz zu sehen, darüber zwei Schnipsel zum Geschlechterverhältnis: Als Porzellanfigur entführt ein Prinz ein Mädchen, als Foto sitzt eine Frau zwei Männern bei Haxen, Bratwurst und zwei Maß Bier gegenüber.

 An die Wand hat Schober ein Plakat gehängt, das auf schwarzem Grund weiße Leerstellen wie ein Höhlensystem miteinander verbindet: Diese „vorübergehende Illusion des Verschwindens“ steht wie eine Mahnung oder Enttäuschung gleichsam über der gesamten Ausstellung: Der Mensch kann seinen Vorstellungen und ihren Folgen nicht entkommen, auch wenn er sich ironisch davon distanziert oder sich über seine Assoziationen im Klaren ist.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni freitags, samstags und sonntags von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Termine auf Anfrage: fak.zwanzigzwanzig@gmail.de

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