Sporthistoriker Emanuel Hübner schreibt Buch über Olympische Spiele 1936
Tipps aus Münster für „Babylon Berlin“

Münster -

„Babylon Berlin“ sorgt für Furore. Und aus Münster kamen wichtige Anregungen für die Roman-Vorlage.

Donnerstag, 12.11.2020, 17:23 Uhr aktualisiert: 13.11.2020, 13:58 Uhr
Sporthistoriker Emanuel Hübner aus Münster zeigt in seinem Buch „Olympia in Berlin“ die Spiele von 1936 aus der Perspektive der Amateurfotografen. Bislang waren nur die Presse- und Propagandafotos à la Leni Riefenstahl bekannt. Selbst „Babylon Berlin“-Romanautor Volker Kutscher holte sich bei Hübner wichtige Anregungen für sein neues Buch „Olympia“.
Sporthistoriker Emanuel Hübner aus Münster zeigt in seinem Buch „Olympia in Berlin“ die Spiele von 1936 aus der Perspektive der Amateurfotografen. Bislang waren nur die Presse- und Propagandafotos à la Leni Riefenstahl bekannt. Selbst „Babylon Berlin“-Romanautor Volker Kutscher holte sich bei Hübner wichtige Anregungen für sein neues Buch „Olympia“. Foto: Peter Sauer

Ob auf einem Pferdewagen dicht gedrängt stehend oder eng sitzend auf den Ästen der Bäume: die Zuschauer waren sich auch im edlen Zwirn für fast nichts zu schade, um eine gute Sicht auf den Fackellauf oder den Marathonlauf der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zu bekommen. Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das dokumentieren eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „ Olympia in Berlin“ zeigt.

Sammlung Hübner zu „Olympia 1936“

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  • Sehr einfallsreich waren die Zuschauer, um beim Fackelauf oder beim Marathon einen guten Blick auf die Olympioniken zu erhaschen. Foto: Sammlung Emanuel Hübner Ob auf einem Pferdewagen dicht gedrängt stehend oder eng sitzend auf den Ästen der Bäume: die Zuschauer waren sich auch im edlen Zwirn für fast nichts zu schade, um eine gute Sicht auf den Fackellauf oder den Marathonlauf der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zu bekommen. Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das zeigen eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „Olympia in Berlin“ zeigt.

    Foto: Sammlung Emanuel Hübner
  • Auch diese Damen genossen es trotz feiner Garderobe auf einer Rasenfläche vor einer olympischen Wettkampfstätte zu picknicken. Foto: Sammlung Emanuel Hübner Ob auf einem Pferdewagen dicht gedrängt stehend oder eng sitzend auf den Ästen der Bäume: die Zuschauer waren sich auch im edlen Zwirn für fast nichts zu schade, um eine gute Sicht auf den Fackellauf oder den Marathonlauf der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zu bekommen. Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das zeigen eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „Olympia in Berlin“ zeigt.

    Foto: Sammlung Emanuel Hübner
  • Wie heute: Die Besucher hinterließen jede Menge Müll, was sie aber nicht abhielt, daneben zu picknicken oder sich – alle Beine ausgestreckt – von den vielen olympischen Eindrücken auszuruhen. Foto: Sammlung Emanuel Hübner Ob auf einem Pferdewagen dicht gedrängt stehend oder eng sitzend auf den Ästen der Bäume: die Zuschauer waren sich auch im edlen Zwirn für fast nichts zu schade, um eine gute Sicht auf den Fackellauf oder den Marathonlauf der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zu bekommen. Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das zeigen eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „Olympia in Berlin“ zeigt.

    Foto: Sammlung Emanuel Hübner
  • Ob auf einem Pferdewagen dicht gedrängt stehend oder eng sitzend auf den Ästen der Bäume: die Zuschauer waren sich auch im edlen Zwirn für fast nichts zu schade, um eine gute Sicht auf den Fackellauf oder den Marathonlauf der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zu bekommen. Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das zeigen eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „Olympia in Berlin“ zeigt.

    Foto: Sammlung Emanuel Hübner
  • Ob auf einem Pferdewagen dicht gedrängt stehend oder eng sitzend auf den Ästen der Bäume: die Zuschauer waren sich auch im edlen Zwirn für fast nichts zu schade, um eine gute Sicht auf den Fackellauf oder den Marathonlauf der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zu bekommen. Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das zeigen eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „Olympia in Berlin“ zeigt.

    Foto: Sammlung Emanuel Hübner
  • Kultur Geschichte Fotozeile Fechter: En garde! Die Fechter übten auch im Trainingslager in voller Montur. Foto: Sammlung Emanuel Hübner Ob auf einem Pferdewagen dicht gedrängt stehend oder eng sitzend auf den Ästen der Bäume: die Zuschauer waren sich auch im edlen Zwirn für fast nichts zu schade, um eine gute Sicht auf den Fackellauf oder den Marathonlauf der Olymischen Spiele 1936 in Berlin zu bekommen. Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das zeigen eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „Olympia in Berlin“ zeigt.

    Foto: Sammlung Emanuel Hübner
  • Basketball: Nah dran waren die Zuschauer zum Beispiel beim Basketball. Foto: Sammlung Emanuel Hübner Ob auf einem Pferdewagen dicht gedrängt stehend oder eng sitzend auf den Ästen der Bäume: die Zuschauer waren sich auch im edlen Zwirn für fast nichts zu schade, um eine gute Sicht auf den Fackellauf oder den Marathonlauf der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zu bekommen. Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das zeigen eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „Olympia in Berlin“ zeigt.

    Foto: Sammlung Emanuel Hübner
  • Auch Original-Negative aus dem Jahr 1936 gehören zur Sammlung Hübner, die mittlerweile insgesamt rund 3000 Originalfotos umfasst. Alles begann 2009 mit 30 Fotos.

    Foto: Foto: Peter Sauer
  • Auch Original-Negative aus dem Jahr 1936 gehören zur Sammlung Hübner, die mittlerweile insgesamt rund 3000 Originalfotos umfasst. Alles begann 2009 mit 30 Fotos.

    Foto: Foto: Peter Sauer
  • Olympische Spiele 1936 in Berlin: Dieses Sportereignis gilt als erstes gesamtgesellschaftliches Event. Das zeigen eindrucksvoll die mehr als 250 Amateuraufnahmen, die der münsterische Sporthistoriker Emanuel Hübner in seinem prall gefüllten Buch „Olympia in Berlin“ zeigt.

    Foto: Foto: Peter Sauer

Es sind kostbare Schnappschüsse, die vorher nur im persönlichen Umfeld der Knipser zu sehen waren. Hübner hat sie jahrelang auf Trödelmärkten und im Internet gesammelt und erforscht. Auf den Fotos präsentiert sich eine bislang unbekannte, entspannte Welt fröhlich feiernder Menschen – als wohltuender Gegenpol zu der geglätteten Propaganda-Inszenierung der Nationalsozialisten. Der Jubel wirkt echt, nicht angeordnet. „Ich finde es spannend zu sehen, wie der kleine Mann den Alltag mit Olympia erlebt“, sagt Emanuel Hübner, „das erweitert den Blick auf diese Zeit.“

Frei von jeder Zensur durfte bei den Sommerspielen fast alles geknipst werden. Ein Novum. „Aus den Bildern der Amateure spricht eben nicht die Ehrfurcht der politisch inszenierten Aufnahmen. Sie spiegeln vielmehr touristische Eindrücke wider und jede Menge Lebensfreude“, erklärt Emanuel Hübner. Ihm gelingt es vortrefflich, auch die in ihrer Qualität eindruckvollen 84 Jahre alten Fotos in seinen begleitenden Texten so einzuordnen und mittels Zeitzeugenberichten zu reflektieren, dass selbst nicht-geschichtsaffine Leser eine spannende Zeitreise erleben können – von der Planung bis zur Durchführung der Spiele.

Nur zufällig mit auf das Bild gekommene, mutmaßliche Nebensächlichkeiten und Details wie mondäne Automobile, mobiles Postamt, Hut- und Bekleidungsmode oder Autogrammjäger treten in den Vordergrund und dokumentieren die damalige Erlebniswelt. Kurios ist etwa, wie die Besucher zwischen wild verstreutem Müll in feinem Zwirn fröhlich auf den Wiesen picknickten.

Hübner dokumentiert auch, wie Fotoapparate zum Massenmedium wurden: „ Agfa brachte 1932 eine günstige Amateurkamera auf den Markt. Ein simpler schwarzer Würfel, darin aber eine Technik mit Massenwirkung.“ Laut Agfa hatte in Berlin jeder vierte Olympiabesucher einen Fotoapparat dabei. Manche Fotos sind detailliert beschriftet, bei anderen musste Hübner mühsam Datum und Ort rekonstruieren: Ein Bild vom Marathonlauf hat er lediglich anhand der Gullydeckel der Glockenturmstraße zuordnen können.

„Eine große Hilfe“ war Hübners Buch für „Babylon-Berlin“-Buchautor Volker Kutscher: „Diese Alltagseindrücke sind für mich wertvoll“, sagte er im Interview mit dieser Zeitung. Emanuel Hübner gab ihm auch Tipps, wo Romanfigur Oberkommissar Gereon Rath im Olympischen Dorf ganz genau ermitteln konnte – so nah wie möglich an der Wirklichkeit eben. Die ARD-Serie „Babylon-Berlin“ wurde über zehn Millionen mal abgerufen. Sämtliche drei Staffeln stehen bis zum 21. Januar 2021 noch in der ARD-Mediathek. Dreharbeiten für eine vierte Staffel sollen im Frühjahr in Berlin beginnen. Die Serie wurde bislang bereits in 140 Länder verkauft.

Emanuel Hübner: Olympia in Berlin. Amateurfotografen sehen die Olympischen Spiele 1936, 200 Seiten, circa 280 Abbildungen (davon mehr als 250 Fotos), Morisel Verlag, Preis: 24,90 Euro.

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