„Collage“ von Natascha Fix und Jörg Bockow
Sich freischwimmen in Bildern

Münster -

Wenn Bilder behaupten, fertig, perfekt, unantastbar zu sein, dann muss man ihnen nicht glauben. Im Gegenteil: Wer Bilder lustvoll und respektlos auseinandernimmt, dem stehen Welten offen. Natascha Fix zeigt, wie’s geht.

Samstag, 05.12.2020, 07:52 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 19:49 Uhr
Natascha Fix und Jörg Bockow (kl. Bild) haben ein Buch über die „Collage“ geschrieben, das ohne Hemmungen und Konventionen Techniken kombiniert und damit Kreativität freisetzt.
Natascha Fix und Jörg Bockow (kl. Bild) haben ein Buch über die „Collage“ geschrieben, das ohne Hemmungen und Konventionen Techniken kombiniert und damit Kreativität freisetzt. Foto: Gerhard H. Kock

Wenn Bilder behaupten, fertig, perfekt, unantastbar zu sein, dann muss man ihnen nicht glauben. Im Gegenteil: Wer Bilder lustvoll und respektlos auseinandernimmt, dem stehen Welten offen. Natascha Fix zeigt, wie’s geht. Die gebürtige Düsseldorferin hat die Fachhochschule für Design in Münster mit einer Sonderehrung abschlossen und legt jetzt ihr erstes Buch vor. Ein Paukenschlag!

„Collage“ ist ein Theorie- und Praxisbuch zum Thema – und mehr. Weit mehr. Es kann seine Leser an ihre je einzigartige Quelle der Lebendigkeit führen. Das Trio Natascha Fix und Dr. Jörg Bockow (Autor) sowie der Verlag hat ein Buch mit dem Untertitel „Inspiration – Komposition – Technik“ produziert. Es Lehrbuch zu nennen, wäre zu trocken. Es ist ein Kunst-Buch, das Joseph Beuys begeistert hätte: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Oder mit Natascha Fix: „Wer collagiert, schöpft aus dem Vollen. Und das Ermutigende: Du kannst das auch.“

Collagen von Natascha Fix

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  • Natascha Fix; „Collage“

    Foto: Natascha Fix
  • Natascha Fix; „Collage“

    Foto: Natascha Fix
  • Natascha Fix; „Collage“

    Foto: Natascha Fix
  • Natascha Fix; „Collage“

    Foto: Natascha Fix
  • Natascha Fix; „Collage“

    Foto: Natascha Fix
  • Natascha Fix; „Collage“

    Foto: Natascha Fix
  • Natascha Fix; „Collage“

    Foto: Natascha Fix
  • Natascha Fix; „Collage“

    Foto: Natascha Fix

Fix selbst sucht im Studium nach der richtigen Tür. Prof. Marcus Herrenberger verweist sie auf den Expressionismus. „Das hat mir die Möglichkeit gegeben, Gefühle auszudrücken.“ Fix vermittelt Collage als ideale Einsteigerkunst: Das Material ist billig (Zeitungen, Zeitschriften, alte Bücher, Werbezettel), eine Schere rasch zur Hand, und mit Kleber kann das für gut Befundene fixiert werden. Die Arbeitshaltung ist die eines neugierigen Forschers im Dauerexperiment. Das scheinbar Misslungene ist lediglich ein Zwischenzustand. Das Buch vermittelt Collage als eine Kunstform, die in beständigem Fluss ist, lebendig bleibt, Kritik als Impuls begreift – Collage vielleicht sogar als eine Philosophie fürs Lebens.

Auf den 170 Abbildungen sind wohl drei Mal so viele Collagen von Fix zu sehen. Dadurch wird anschaulich, was Collage alles kann, wie sie funktioniert, was man benötigt, wie man auf Ideen kommt, wie man Blockaden bricht. Selbstverständlich hat Natascha Fix (Mitglied der Künstlergemeinschaft „Die Schanze“) in der Collage eine Virtuosität erreicht, die beeindruckt. Kein Wunder, arbeitet die 34-Jährige doch jeden Tag bis zwei, drei Uhr nachts. Fix teilt ihre Erfahrungen und gewährt einen Blick „Hinter die Kulissen“, in dem sie in Kurzanleitungen (Wort und Bild) ausgewählte Techniken darstellt. Einfacher war es nie, mit Kunst anzufangen. Das Buch soll weltweit vermarktet werden.

„Collage. Inspiration – Komposition – Technik“ von Natascha Fix und Jörg Bockow, 176 Seiten, 35 Euro, Verlag Hermann Schmidt

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