Künstler laden zur Café-Kunsttour „Stop to go“
Sehnsuchtsorte hinter der Scheibe

Münster -

Wenn das Selbstverständliche nicht mehr erreichbar ist, verstärkt sich die Sehnsucht danach. Und ein Sehnsuchtsort ist das Café, wo Genuss und Gemütlichkeit, Vertraulichkeit und Gespräch den Besuchern einen heimatlichen Raum schenken. Acht Künstler aus Münster widmen bis zum 13. Januar ihren Lieblingscafés eine Hommage: „Kunst to Go“.

Donnerstag, 17.12.2020, 20:48 Uhr aktualisiert: 17.12.2020, 20:50 Uhr
Susanne von Bülow zeigt im Café Classique ihre sommerlichen Impressionen unter der alten Buche in Linnenbrinks Garten.
Susanne von Bülow zeigt im Café Classique ihre sommerlichen Impressionen unter der alten Buche in Linnenbrinks Garten. Foto: Gerhard H. Kock

Wenn das Selbstverständliche nicht mehr erreichbar ist, verstärkt sich die Sehnsucht danach. Und ein Sehnsuchtsort ist das Café, wo Genuss und Gemütlichkeit, Vertraulichkeit und Gespräch den Besuchern einen heimatlichen Raum schenken. Acht Künstler aus Münster widmen bis zum 13. Januar ihren Lieblingscafés eine Hommage: „Kunst to Go“ . Zwar können Kaffee und Kuchen mitgenommen werden. Aber bis auf Weiteres darf niemand rein, und so bleibt das Schaufenster. Dort zeigen Gertrud Neuhaus , Martina Muck , Susanne von Bülow, Ulrich Haarlammert, Ruppe Koselleck, Nikola Hamacher, Candia Neumann und Ragnar Kopka Video-Arbeiten mit Zeit- oder Ortsbezug.

Café-Kunsttour „Stop to Go“

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  • Das ist das Zeichen für „Stop to Go!“

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Go to the next Stop! Acht Künstlerinnen und Künstler zeigen acht Videos in sieben Schaufenstern ihrer Lieblingscafés - mitten im shut down genau dort, wo Sie sich ihren Kaffee und ihr Essen abholen können - hier: in Saras Wohnzimmer an der Grevener Straße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Muck in Saras Wohnzimmer an der Grevener Straße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Muck in Saras Wohnzimmer an der Grevener Straße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Gertrud Neuhaus in Saras Wohnzimmer an der Grevener Straße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Muck in Saras Wohnzimmer an der Grevener Straße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Muck in Saras Wohnzimmer an der Grevener Straße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Muck in Saras Wohnzimmer an der Grevener Straße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Muck in Saras Wohnzimmer an der Grevener Straße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Vor dem Café Classique an der Rudolfstraße fanden die Kastanienstumpfkonzerte in Linnenbrinks Garten statt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow beschäftige sich im Corona-Sommer mit der roten Buche mit dem weißen Stamm vor dem Café Classique, Rudolfstraße

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülow im Café Classique, Rudolfstraße 1

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Nikola Hamacher im Café Montmartre, Wolbecker Straße 30

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Nikola Hamacher im Café Montmartre, Wolbecker Straße 30

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Nikola Hamacher im Café Montmartre, Wolbecker Straße 30

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Nikola Hamacher im Café Montmartre, Wolbecker Straße 30

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Nikola Hamacher im Café Montmartre, Wolbecker Straße 30

    Foto: Gerhard H. Kock

Wie Umstände die Deutung beeinflussen, zeigt sich bei den Videos von Martina Muck . Der Schatten einer Gondel bewegt sich über grüne Wiesen und verschwindet im Schatten der Bäume – Stillstand in der Bewegung, Reisen sind derzeit ja auch nur ein Schatten ihrer selbst: Gondeln als Metapher für Lockdown. Mucks kinetische Konstruktionen mit ihren ruhigen Licht- und Schattenbewegungen erinnern an das Beruhigende von Gesetzmäßigkeiten; so, wie Menschen jahrtausendelang in den Sternen jene Sicherheit fanden, die sie auf Erden durch Naturgewalten (wie Seuchen) vermissten.

Apropos Kreislauf des Lebens: Gertrud Neuhaus präsentiert in einem Marzipanrahmen ein Vanitas-Motiv, die Nichtigkeit alles Seins, und sei es noch so süß. Sie zeigt das Relikt einer früheren Installation: ein Schild aus Marzipan mit dem Schokoladentext „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“. Eines Tages stellte sie in der Rille der Tafel fest: Da ist der Wurm drin. Er kreiste in der Fuge wie die Made im Speck, jahreszeitlich passend in Marzipan – nun als Video-Loop zu beobachten.

„Sieben Buchen lang“ heißt die Arbeit von Susanne von Bülow , die die Pleinairmalerei der Impressionisten ins 21. Jahrhundert bringt. Malt sie doch auf dem Tablet; dieses Werden und Vergehen von Skizze, Zeichnung und Malerei kann der Besucher am Ort des Entstehens als Video sehen. Der gemalte Film ist eine Hommage an einen Baum und diesen seltsamen Sommer. Zu Beginn des Jahres 2020 war ein Blitz in die Kastanie in Linnenbrinks Garten geschlagen (auf dem Stumpf fanden „Kastanienstumpfkonzerte“ statt), gab den Blick frei auf die Buche. Rund um den geweißten Stamm der Rotbuche blühte das öffentliche Leben auf. Ihr Schatten wurde zum Wohnzimmer.

Auf dem Bildschirm von Nikola Hamacher an der Wolbecker Straße mischen sich Bilder des Videos „Fische und Menschen“ mit Spiegelungen der Umgebung. Was Reflexion ist und was nicht, lässt rätseln – außer, wenn der Schwarze Pacu sein Maul an einer Karosserie vorbeischiebt . . .

Von Ruppe Koselleck sind zwei Videos mit Fotos zu sehen. Der Konzeptkünstler hat vier sommerliche Lockdown-Radtouren unternommen: den „Ruhrpott Coffee Cup 2020“. Coffee Cup, weil der Münsteraner an jedem „abgestellten“ To-Go-Becher abgestiegen ist und ein flüchtiges Bild von unterwegs gemacht hat . . ..

An folgenden Orten sind Arbeiten zu sehen:

  • Saras Wohnzimmer, Grevener Straße 171: Gertrud Neuhaus und Martina Muck
  • Café Classique, Rudolfstraße 1: Susanne von Bülow
  • Café Montmartre, Wolbecker Straße 30: Nikola Ha­macher
  • Happy Monkey, Hammer Straße 40: Ulrich Haarlammert
  • Tante August, Augustastraße 20: Martina Muck und Ruppe Koselleck
  • Ateliergemeinschaft Schulstraße: Transformation IV von Candia Neumann und Ragnar Kopka

Die Öffnungstage und -zeiten sind über die Homepage zu ersehen. 

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