Wolfgang-Borchert-Theater fährt „auf Sicht“
Spielbetrieb weiterhin ausgesetzt

Münster -

Das Wolfgang-Borchert-Theater schließt vom 19. Dezember bis 3. Januar seine Pforten. Trotz des pandemischen Jahres 2020 blickt der WBT-Chef zuversichtlich ins neue Jahr.

Freitag, 18.12.2020, 19:03 Uhr
Daniel Kehlmanns „Heilig Abend“ mit Ivana Langmajer ist aufführungsreif geprobt. Wann die Premiere sein wird, ist ungewiss.
Daniel Kehlmanns „Heilig Abend“ mit Ivana Langmajer ist aufführungsreif geprobt. Wann die Premiere sein wird, ist ungewiss. Foto: Lefebvre

Das Wolfgang-Borchert-Theater schließt vom 19. Dezember bis 3. Januar seine Pforten. In dieser Zeit findet neben dem bisher ausgesetzten Vorstellungsbetrieb weder Proben noch Kartenverkauf statt. „Es ist schier unmöglich, auch nur eine einzige Karte zu verkaufen, weil wir nicht wissen, was wir wann und vor wie vielen Zuschauern spielen können“, so Intendant Meinhard Zanger . Daher werde die seit acht Monaten bestehende Kurzarbeit für die Beschäftigten fortgesetzt.

Seit dem 2. November ist – nach Mitte März bis Ende Mai – der Vorstellungsbetrieb nun bereits zum zweiten Mal über mehrere Monate ausgesetzt. Durch die Verschärfung des Lockdowns dürfen zunächst bis einschließlich 10. Januar 2021 keine Vorstellungen stattfinden. Zanger rechnet aber nicht mit einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Januar: „Die Bundeskanzlerin hatte ja gesagt, dass uns mit dem Januar und Februar harte Pandemie-Monate bevorstehen. Daher ist nicht davon auszugehen, dass wir vor März wieder öffnen.“

Derzeit produziert das WBT „auf Halde“. Drei bereits verschobene Premieren – „Frauensache“, „Heilig Abend“ und Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ – sind fertig einstudiert. Im Januar setzt die italienische Regisseurin Luisa Guarro ihre Proben zu E. T. A. Hoffmanns Nachtstück „Der Sandmann“ fort. Und Schauspieler Florian Bender hat bereits mit drei Schauspielerinnen Bodo Wartkes Version der Sophoklesschen „Antigone“ einstudiert und wartet ebenfalls auf einen Premierentermin. Der On-/Off-Modus macht eine verlässliche Disposition unmöglich.

Dennoch blickt der WBT-Chef zuversichtlich ins neue Jahr. Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung verkündete er die Maßnahmen und rief zur Solidarität auf: „Finanziell sind wir dank zahlreicher Spenden von Freunden, Förderern und Zuschauern sowie einem namhaften Betrag aus dem Sonderfonds der Stadt Münster ganz gut über die Runden gekommen. Dafür bedanke ich mich bei allen.“ Kein Mensch sei Pandemie- erprobt, kein Politiker habe Erfahrung mit entsprechenden Beschlüssen und Maßnahmen. „Wir alle lernen und sind gefordert vor allem Solidarität mit den Schwächsten unserer Gesellschaft zu üben. Wenn wir das beherzigen statt nach Schuldigen für die Pandemie und ihrer Bewältigung zu suchen, dann, und nur dann werden wir diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung meistern.“

Ab dem 4. Januar ist das WBT wieder zu den üblichen Zeiten erreichbar. Geschenkgutscheine für Weihnachten können per Email angefordert werden unter tickets@wolfgang-borchert-theater.de. Der Versand erfolgt umgehend aus dem Homeoffice.

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