Theater Titanick plant fürs Jubiläumsjahr „30 plus 1“
Mutmacher helfen Überleben

Münster -

Das Theater Titanick ist ein Straßentheater. Das ist in Zeiten einer Pandemie katastrophal. Trotzdem versuchen die Gründer und Leiter aus Münster einen Ausblick auf 2021 . . .

Freitag, 18.12.2020, 19:04 Uhr
Mit „Titanic“ fing die Erfolgsgeschichte des Straßentheaters Titanick aus Münster an. Zum 30-jährigen Bestehen soll das furiose Weltuntergangsdrama im Gasometer gezeigt werden, hoffen Uwe Köhler und Clair Howells (kl. Bild). Doch das ist höchst unsicher.
Mit „Titanic“ fing die Erfolgsgeschichte des Straßentheaters Titanick aus Münster an. Zum 30-jährigen Bestehen soll das furiose Weltuntergangsdrama im Gasometer gezeigt werden, hoffen Uwe Köhler und Clair Howells (kl. Bild). Doch das ist höchst unsicher. Foto: PD

Das Jahr 2020 sollte das Jubiläumsjahr werden, denn das Ensemble ist 30 Jahre alt geworden. Projekte im In- und Ausland wurden abgesagt – unter anderem auch eine Auftragsproduktion des Ministeriums für Arbeit und Soziales, das im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft Gastgeber für 27 Minister der EU-Länder im Schloss Wolfsburg gewesen wäre. Geplant war eine Open Air Performance zum Thema „Arbeit – von der Manufaktur zum Digitalzeitalter“. Corona machte aus der Tagung im Schloss eine Zoom-Konferenz – und aus war der Traum für Titanick . Das Straßentheater aus Münster und Leipzig zieht Bilanz:

„Natürlich war das Jahr auch ökonomisch ein Desaster“, sagt Uwe Köhler : „Denn trotz Kurzarbeit der drei Mitarbeiter muss die Truppe eine Menge fester Kosten stemmen. Aber Hilfen des Bundes, des Landes NRW und vor allem der Sonderfonds halfen, die Löcher zu stopfen. Und natürlich die Spendenaktion, bei der 360 Personen über 32 000 Euro spendeten, und es half nicht nur das Geld, sondern auch die vielen unterstützenden Nachrichten, den Kopf nicht hängen zu lassen und liebevollen Aufforderungen, auf jeden Fall weiter zu machen und nicht zu verzagen – mit dem Tenor: Titanick wird gebraucht, mehr denn je.“

Das habe Mut gemacht, neue Konzepte zu denken, so Köhler. In Schwerte wurden unter dem Titel „Ne Runde um’n Block“ im Acht-Minuten-Takt 15 Zuschauergruppen mit jeweils 20 Personen an drei Abenden auf eine unbekannte Reise geschickt. Kultur für 900 Zuschauer unter Corona-Bedingungen. Theater Titanick hatte zudem eine Inszenierung über den Abriss der Eissporthalle Münster mit dem Titel „Demolition“ für Januar 2021 geplant. Komplett abgesagt. Nun plant Theater Titanick das spätere Jahr 2021 – unter dem Motto „Titanick 30 + 1“. Elf Aufführungen sind in Münster in Planung, sowohl die beiden neuen Inszenierungen „ Trip Over “ und „ Upside Down “, als auch der Klassiker „ Titanic “ im Gasometer.

  • Es soll beginnen mit
  • „Upside Down
  • “ am 13. und 14. Juni in der Innenstadt. Eine sieben Meter große Weltkugel, die sich in alle Richtungen horizontal und vertikal drehen kann, ist das zen­trale Bühnenbild, und drei Akteure bearbeiten das Thema „Die Welt steht Kopf“.
  • Am 25. und 26 Juni geht es weiter mit dem Roadmovie
  • „Trip Over“
  • auf dem Syndikatplatz. Ein amerikanischer Ford Thunderbird liefert nicht nur den Motor, sondern wird auch zum Hauptdarsteller einer Sehnsuchtsgeschichte, die mit einem Tank voller Träume Fahrt aufnimmt. Als Reise auf Leben und Tod unter freiem Himmel.

Diese Inszenierungen markieren zugleich einen Aufbruch bei Titanick: Die nächste Generation der Open-Air-Theatermacher steht bereit. Erfahrene Akteure und Nachwuchskünstler arbeiten hier zusammen, um der Zukunft den Weg zu bahnen. Auf offener Straße.

  • Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2021 sollen sieben Aufführungen mit dem Klassiker
  • „Titanic“
  • sein. Die legendäre Inszenierung wurde 260 Mal in der ganzen Welt aufgeführt. Jetzt kehrt sie zurück nach Münster an einen legendären Ort: den Gasometer. Aber die Aufführungen können bisher nicht geplant werden, da die Ticketpreise nicht kalkuliert werden können; denn auch in 2021 müssen alle Veranstaltungen unter Coronabedingungen geplant werden. Das bedeutet mehr Platz für das Publikum, aber deutlich weniger Eintrittseinnahmen. Titanick hat bei der Stadt Münster einen Antrag auf Unterstützung für diese Mindereinnahmen gestellt, um die Eintrittspreise erschwinglich anbieten zu können. Da aufgrund der Wahl die erste Ratssitzung erst Mitte März stattfindet, die über diese Anträge entscheiden kann, gibt es eine große Planungsunsicherheit. Titanick hofft auf eine frühere Entscheidung, um die aufwendigen Inszenierungen planen zu können, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auch wenn noch keine Eintrittskarten angeboten werden, kann jeder Theater Titanick unterstützen durch eine Spendenaktion, bei der Bonustickets im Originaldesign von 1911 erworben werden können.

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